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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1918-01-01 · [o. Nr.] (1918) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
19 (1918)
Issue
[o. Nr.] (1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Rosenberg-Frankfurt ist der Ansicht, daß Nationaljudentum die Vorstufe zum Zionismus sei, daß sich aber beide Begriffe nicht decken. Er halte es nicht für richtig, wenn die Turnerschaft sich zionistisch nenne. Die Methoden des Blau-Weiß auf die fuinerschalt zu Übertragen, halte er für günstig. Man müsse!n persönlicher Beeinflussung die Jugend davon überzeugen, daß es nötig sei, die jüdische Geschichte und Literatur kennen zu lernen. Hier müsse die Tätigkeit der Ortsausschüsse einsetzen durch Errichtung geeignet«- Kurse usw. Bezüglich der Arbeitsgemeinschaft teile er den Standpunkt von Dr. Tuch. Die national-jüdische Idee werde die Kraft haben, in solcher „Suchgemeinschaft" das Interesse für das Nationaljudentum wachzurufen. Alsdann nimmt Redner Stellung gegen die Richtung Karl Glaser- Walter Moses und empfiehlt, die Turnerscnaftsdelegierten zu beauftragen, die turnerschaft in diesem Sinne auf dem Jugendtage zu vertreten. Ohne die religiösen Ansichten des Einzelnen zu beeinflussen, sei es die Pflicht der national-jüdischen Bewegung, jeden Verstoß zu unterlassen gegen jüdische Ueberlieferung und der Jugend die Quellen zu erschließen, aus denen sie die Begeisterung für das wichtigste Nationalgut der Juden, die Religion, schöpfen könne. Es müsse verlangt werden, daß die Leitung des Gesamtausschusses auf alle Stimmen höre und nicht einseitige Ansichten vertrete. Körösi-Nürnberg schließt sich der Definition des Vorredners an, daß Nationaljudentum die Vorstufe zum Zionismus sei. Der Hauptzweck der Turnerschaft sei bisher gewesen, die Juden zu körperlicher Betätigung hinzuleiten. Sie habe als einzige Organisation die jüdische Jugend welcher Gesinnung immer sammeln und weiterbilden können, sodaß sie in gereifterem Alter den Uebergang zum Z i o n i sm us leichter zu finden vermochte. Wenn man diese Stellung aufgebe uud in Zukunft in Possitiv zionistischem Sinne sich betätigen wolle, müsse man damit rechnen, daß nur noch die bereits zionistische Jugend sich der Turnerschaft anschließen werde. Es sei notwendig, sich heute klar zu werden, welchen Standpunkt in dieser Beziehung die Delegierten auf dem Jugendtae einnehmen sollen. Er bittet um die Namen der Delegaten. Ferner weist er darauf hin, daß man eine möglichst dauerhafte Leitung wählen müsse und auch die Provinz hierbei zu berücksichtigen sei. Der Vorsitzende gibt die Namen der Delegierten bekannt Er hält es nicht für angebracht, denselben eine gebundene Marschroute vorzuschreiben. — Auf Antrag von Frl. Kober-Breslau wird die Sitzung auf 7 Uhr abends vertagt. + Schotem eröffnet um 7 Uhr von neuem die Tagung. Auf Antrag K1 o p s t o c k wird die Redezeit auf S Minuten beschränkt Dr. Münz nimmt gegen Walter Moses wegen seiner Rede am Vormittag ^tellung und gegen Karl Glaser als Jugendsekretär wegen seiner Angriffe auf die ' urnerschaft bei der Besprechung am 16. Juni. Auch gegen die Wahl von Dr. Löwensen in die Leitung des Qesamtausschusses hat er erhebliche Bedenken, und spricht sich dafür aun, nicht mitzumachen, wenn die Leitung in den Händen dieser Herren »egen sollte. Schotem meint, man dürfe aus Personenfragen nicht ablehnen, überhaupt mitzumaohen. Die Turnerschaft solle zum Ausdruc« bringen, in welchem Fahrwasser sie segeln wolle. Es würde aber nicht angehen, daß der Gesamtausschuß ohne a«e Turnerschaft zu Stande käme. Kareski hält es für nötig, die Unzufriedenheit mit diesen Herren zum Ausdruck zu bringen. Was die Tendenz der Turnerschaft anbetreffe, so bestehe s. E. Keine Veranlassung, sie zu ändern. Nicht auf die Paragraphen käme es an, sondern auf den Geist, in dem sie durchgeführt werden. Niemand, der zionistisch arbeiten wolle, könne die Tendenz der Turnerschaft als hemmend empfinden. Man müsse zweifellos Intensiver national-jüdisch arbeiten. Aber man dürfe sich den Weg zu den Breiten Massen nicht versperren. Die Frage, wie weit mnn eigene Kurse usw. veranstalten solle, müsse von Fall zu Fall je nach den lokalen Verhältnissen entschieden . werden _ Dr. Stein spricht sich für ausschließlich zionistische Arbeit aus. Es f^nuge, wenn das Programm national-jüdisch laute. Wegen der Personen Glaser und «Joses solle man sich heute nicht festlegen. Wenn die Majorität des Jugendtages gegen <ue persönlichen Ansichten der Herren sei, werde sie es wohl zum Ausdruck bringen. "^ Organisation der Turnerschaft müsse besonders finanziell gestärkt werden. Er vor, als Bindeglied zwischen Bettln und der Provinz einen weiteren Ausschuß zu schaffen.

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