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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1918-01-01 · [o. Nr.] (1918) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
19 (1918)
Issue
[o. Nr.] (1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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teilnahmslos gegenüberstehen. Ferner müßten kleinere Abteilungen zusammengeschlossen werden zur Pflege eines besonderen jüdischen Interesses (Hebräisch, Geschichte, Literatur). In ihnen würden wie im Blau-Weiß leichter persönliche Freundschaften geschlossen werden können, vor allem aber wäre mehr Möglichkeit vorhanden für national-jüdische Vertiefung. Außerdem schlug der Referent noch einmal innigeres Zusammenarbeiten der Turnerschaft mit nahestehenden Organisationen vor, wie Blau- Weiß, K. J. V., Volksheim usw. Auf diesem neuen Wege müsse die Turnerschaft ihre alten Ziele zu erreichen suchen, dann werte sie sich die Stellung und die Achtung innerhalb der jüdischen Jugend erwerben, die ihr gebührt. Die Aussprache beginnt mit der Verlesung eines Schreibens von Herrn Mai"" koff-Mannheim, Vorsitzender des dortigen Turnvereins, der ausführliche Vorschläge über neue Arbeitsmethoden in der Turnerschaft macht. Exiner spricht sich dahin aus, daß in den Turnvereinen ein neuer Geis' herrschen werden müsse. Eine geistige Beeinflussung in jüdischer Beziehung sei notwendig, ein jüdisches Gemeinschaftsstreben müsse eine jüdische Atmosphäre schaffen- Diese Aufgabe sei nicht durch statutarische Bedingungen zu erfüllen. Es sei ein geistiges Ressort im Ausschuß der Turnerschaft ins Leben zu rufen. Nach dem Vorbilde de« Blau-Weiß müsse man die Riegen mit ihren Vorturnern wie die einzelnen Gruppen m Blau-Weiß organisieren. Die Turnzeitung sei repräsentativer zu gestalten, die K. J. V.er seien für die Mitarbeit heranzuziehen. Lippmann gibt Anregungen für die K e il a r b e i t und speziell für die Neugestaltung der Turnzeitung. Die körperliche Ausbildung müßte von Fachmännern vom hygienischen, wirtschaftlichen und künstlerischen Gesichtspunkt aus behandelt werden. Dr. Münz erhebt starke Vorwürfe gegen die Arbeit des bisherigen Vor* s tan des, geht auf die Schwierigkeiten ein, die ihm wegen der Turnzeitung gemacht worden, und ist der Ansicht, daß der Ausschuß auch im übrigen nicht genug gearbeitet habe. Er habe die Verbindung mit den außerdeutschen Ländern nicht aufrecht erhalten bezw. herbeigeführt. Redner tritt für die radikale Aenderung des Turni'rschafts* Programms in ein zionistisches ein. Dr. Lelever führt das Versagen der Turnerschaft auf den Mangel »" persönlichen Zusammenhang und Fehler in der Organisation zurück. Kritik zu üben, sei heute nicht der Zeitpunkt, es gelte, nach den Erfordernissen der heutigen Stunde zu handeln, Eine Wandlung müsse kommen nicht in dem Programm, sondern in der Richtung, in der man arbeite. Die Turnerschaft müsse sich mit ihrer Sonderart und ihren Sonderwünschen hineinstellen in die national-jüdische Bewegung- Es gelte, die Ziele der Turnerschaft zu betonen, konkrete Bahnen zu wandeln und nicht verworrene Situationen zu schaffen. Hierauf ergriff Dr. Mantke das Wort zum Referat. Dr. Hantke dankt für die Einladung zum Turntage. Er ergreife gern die Gelegenheit, seinen Standpunkt gegenüber der national-jüdischen Jugendbewegung,/ de" er bereits in der Tagung vom 16. Juni 1918 präzisiert habe, nochmals mit aller Deutlichkeit auszusprechen. Die Jugendbewegung müsse ein Teil der zionistischen Bewegung sein, nicht aber der zionistischen Organisation. Sie dürfe keinen oolitischen Charakter tiahpn. na« Ho<int»iol aoi nicht rlio i.ih«»j D/>i!tib- »rfitllen, v»cKuiiK aem, nicni auer aer ziomsuscnen urganisation. Sie dürfe Keine" politischen Charakter haben. Das Hauptziel sei nicht, die Jugend mit Politik zu erfüllen, sondern sie jüdisch zu aktivieren. Die national-jüdische Jugendbewegung müsse aber auch frei und unbevormiindet bleiben und sich entwickeln. Die zionistische Organisation f^loe in Ihram VaftiqltAn /»a.va*«.JIKa« T______1 ~ a „ t_ i____li__ t-• . T.-Jol Gep nicE .tutii rrci unu unoevormunaer oieioen una sien entwickein. Die zionistische Organisation werde dies in ihrem Verhalten gegenüber der Jugend stets beachten. Ein prinzipieller Gegensatz zwischen national-jüdisch und zionistisch könne für deutsche Verhältnisse anerkannt werden, doch sei der Redner mit der Beibehaltung des Wortes nationaljüdisch für die Jugendbewegung vollkommen einverstanden Diese Bezeichnung sei aus praktischen Gründen gewählt worden, und es komme nicht auf die Ausdruckweise, sondern auf den Geist an, der in der Bewegung herrsche. Redner wünscht für die Turnerschaft, daß in ihrer Mitte ein stärkeres nationales Leben sich entfalten möge. Die neue Leitung solle nicht als ein Ersatz für den Rest der Kriegszeit, sondern wirklich als neue Leitung für die Zukunft gewählt werden, damit bei Ende des Krieges, der nun zu Ende sei, die jüdisch-nationale Turnbewegung in vollem Gange sei- Das sei der Wunsch alier Turner, die jetzt im Felde stehen. Nach Friedensschluß müsse dann ein neuer Turntag einberufen werden, in dem der Wille der gesamten Turnerschaft klar zum Ausdruck kommen könne. Die Turnerschaft muß ein lebendiges Glied der national-jüdischen Jugendbewegung werden.

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