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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1918-01-01 · [o. Nr.] (1918) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
19 (1918)
Issue
[o. Nr.] (1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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als wir. Das schließt nicht aus, daß wir seine Erfahrungen für uns verwerten.—Die Wirkungsart des „Führers" kann in geeigneter Weise von uns übernommen werden. Die richtigen Arbeitsmethoden werden jedenfalls jetzt uberall sorgfältig erwogen werden müssen. i Das anläßlich des Jugendtages veranstaltete Sportfest konnte natürlich nur ein schwacher Krit-gs - Ersatz sein. Immerhin zeigte es sich, daß in manchem Provinz-Verein, trotz schwieriger Verhältnisse, erfolgreich gearbeitet wurde. In den sportlichen Wettbewerben wurde mit heißer Leidenschaft um den Sieg gerungen. Man macht sich schon eine Ehre daraus, in unserer Gemeinschaft der Beste zu sein. Daß der Sinn für jüdischen Sport in der national-jüdischen Weise immer mehr Verständnis findet, zeigt der Massenbesuch. Es darf aber, im Hinblick auf die künftige Entwicklung, nicht "2r- «chwiegen werden, daß auch das Sportfest deutlich zeigte, woran es oh fehlt. Solche Veranstaltungen müssen richtig organisiert werden, jeder . iß zur Mitarbeit herangezogen werden und sich für das Gelingen verantwortlich hihlen. Die Erziehung zu solcher gemeinsamen ineinandergreifenden Arbeit weckt die Fähigkeiten, die wir dringend für unsere aufbauende Tätigkeit hier und in Palästina gebrauchen. Auch war von der Freude jüdischen Zusammenlebens noch zu wenig zu spüren, obgleich unsere Freunde aus allen Teilen Deutschlands, soweit es möglich war, herbeigeeilt waren. Wir werden uns bemühen müssen, in solche Veranstalturlgen einen starken judischen Ton zu bringen, denn wir sind nicht nur eine Gemeinschaft, die gelegentlich zum Turnen oder Spiel zusammenkommt. Die vom Jugend- Ausschuß der national-judischen Jugend Deutschlands in Aussicht genommene Veranstaltung könnte trotz Jugendtag uns in Zukunft Gelegenheit geben, uns zu splchem Zweck öfter zu treffen und persönlich näher zu «oniinen. . Auf dem Turn tage ahnten wir wohl, daß die Stunde des Friedens nicht mehr fern sein könne; inzwischen ist der Waffenstillstand gekommen. Also an die Arbeitl * Der Verlan! der Tagung. . Nach Erladiguiig der nötigen Formalitäten tritt der Versitzende, Herr Sc hol ei», in die Tagesordnung ein. Die Berichte liegen gedruckt in den Monatsheften vor, ■"n. -Alterthum ver iest den Finanzbericht. Nachdem der Leitung Entlastung erteilt worden ist, erklärt sich die Versammlung auf Antrag des Vorsitzenden damit einverstanden, daß die Neuwahlen ans Ende der Tagesordnung gesetzt werden. Hierauf erhalt Dr. Tuch das Wort zu seinem R e fe r a t. Dr. Tuch betonte die Sonderstellung der Jüdischen 'urnerschaft die erhalten bleiben müsse. Von Anfang an hat sie auf dem jauonal - jüdischen Standpunkt gestanden, es aber stets abgelehnt, sich zu ^■ner rein zionistischen Organisation umzugestalten. Die Basis der Turnerschaft *e> eine breitere, und gerade heute, wo es darauf ankommt, die jüdische {"§enddie unseren Ideen noch fremd gegenübersteht, für sie zu gewinnen, sei die JUQische Turnerschaft unentbehrlich Freilich müsse er zugeben, daß das ursprüngliche ^■■ogiamm, das sich fast ausschließlich auf die körperliche „Ertüchtigung" und disziplinierte Willensstärkurtg beschränkte, nicht mehr ausreiche. Weit mehr als bisher *e' national-jüdisches Wollen und national-jüdische Tat in der Turnerschaft zu pflegen. *°n vornherein sei vor der definitiven Aufnahme eines neuen Mitgliedes eine Probezeit siniZu en' in der es sicn mit ,,nseren Tendengen vertraut machen könne, «m dann 1C" zu entscheiden, ob es wirklich auf unserem Boden stehe. So werde vermieden, ß wir Mitglieder in unseren Reihen haben, die unseren eigentlichen Zielen fremd und

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