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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1918-09-01 · Fünfte Kriegsnummer (September 1918) · p. Seite 22

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
1916-1918
Issue
Fünfte Kriegsnummer (September 1918)
Date
1918-09-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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22 No. 5 sehen Turnerschaft einberufen. Wir wissen, wie schwer es heute für jeden einzelnen, besonders für die Vertreter unserer auswärtigen Vereine ist, sich frei zu machen und unserem Rufe zu folgen. U(mso zuversichtlicher hoffen wir, daß trotz der Kürze der verfügbaren Zeit und der vielseitigen Probleme unsere Verhandlungen von dem allseitigen Willen getragen sein werden, Ergebnisse zu zeitigen, die den Vereinen frischen Antrieb zu freudiger Weiterarbeit für unsere gute jüdische Sache zu geben vermögen. Dann wird diese zweite Kriegstagung die Vorbereitungen beginnen, die wir für kommende glücklichere Zeiten zu treffen haben. Berlin, jüdischer Turnverein Bar Kochba. Als die wesentlichste Tatsache, die für unsere Tätigkeit im abgelaufenen Quartal kennzeichnend war, ist die anzusehen, daß wir endgültig den Standpunkt aufgegeben Haben, uns lediglich auf die Aufrechterhaltung des äußeren Rahmens unserer Tätigkeit zu beschränken, und bestrebt sind, mit der national-jüdischen Erziehung unserer Mitglieder Ernst zu machen. Diese Aufgabe war umso schwieriger, {als wir, um es offen zu sagen,- bisher diese Seite doch mehr vernachlässigt haben,, als es dtirch die Kriegs Verhältnisse bedingt war. Wir haben zunächst damit begonnen, in einem von unserem II. Schriftführer, Herrn Dr. Lippmann, geleiteten Kursus mit den Grundlagen des jüdischen Problems und unseren nationalen Aufgaben vertraut zu machen. Die Teilnehmer an diesem jüdischen Kursus waren zu eifrigster, beständiger Arbeit gezwungen, sodaß wir jetzt damit rechnen können, daß sie in Kürze in der Lage seih werden, für unsere Ideen erfolgileiclh in dem engen Kreise ihrer Riegen zu arbeiten. Weiter haben wir durch Einrichtung eines Heimes die Grundlage geschaffen, auch außerhalb des Turnbodens in persönlichem Verkehr bildend und erziehend auf unsere Mitglieder einzuwirken, Außerdem! werden zurzeit in unserem Vorstande verschiedene andere Maßregeln in gleicher Richtung vorbereitet. Was den Turnbetrieb anbetrifft, so können wir mit dem Besuch und den Leistungen unserer Fraiuen-Abteilungen im allgemeinen zufrieden sein. Hinweisen möchten wir dabei auf die Zusammenarbeit mit unserem Schwesterverein „Ifftus“. So finden seit einem Monat gemeinsame Sitzungen beider Vorturnerinnenschaften statt, Und unsere 2. Frauen-Abtethmg turnt bereits seit längerer Zeit mit einer Abteilung des Ifftus gemeinsam. Weniger erfreulich ist das Bild, das unsere beiden Jugendabteilungen bieten, denn auch im letzten Vierteljahr haben wir durch Einziehung einer größeren Anzahl von Tumbrüdem zum Heeresdienst sehr zu leiden gehabt. Immerhin ist es bisher gelungen, beide Abteilungen durchaus aufrecht zu erhalten, In stetem Wachsen begriffen sind dagegen unsere Schüler- und unsere Mädchenabteilung, sodaß wir sogar an die Oründung einer 2. Mädchenabteihxng gehen konnten, die am 2. September eröffnet wurde. Auch unsere Jugendkompagnie hatte sich unter Leitung unseres Turnbruders Nehab anfangs gut entwickelt. So wurde sie bei einer größeren Besichtigung von dem inspizierenden Oeneral-Major Herrn v. Kramer durch ein besonderes Lob ausgezeichnet. Da aber inzwischen Turnbruder Nehab ernstlich erkrankt ist und wir bisher keinen

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