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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1918-09-01 · Fünfte Kriegsnummer (September 1918) · p. Seite 18

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
1916-1918
Issue
Fünfte Kriegsnummer (September 1918)
Date
1918-09-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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IS No. 5 perliche Ertüchtigung der Juden und Pflege national-jüdischer Gesinnung“ zur Aufgabe gemacht, aber sie hat es versäumt, den ganzen Komplex der wichtigsten Lebensmaßregeln für die Volksgesundheit vor ihr Forum zu ziehen. Kleine Anfänge sind 1911 geschehen. Im Anschluß an die Internationale Hygiene-Ausstellung, Dresden 1911 und Theilhaber’s Werk oDer Untergang der Deutschen Juden“ wurden die Fragen „Jüdische Hygiene und jüdische Tumbewegung“ in der „Jüdischen Tumzeitung“ von Dr. Eisenstädt, Dr. Theilhaber, und F. Hecht besprochen, zum Teil in polemischer Art. Auf Tagungen haben die Fragen der jüdischen Eugenik keinen Platz gefunden. Die Forderung, einen Gesundheitsrat zu schaffen, ist verhallt. Leider haben wir vor nicht ' allzulanger Zeit den Heimgang Dr. Eisenstädts betrauern müssen, der einer der Berufensten War, das Interesse der jüdischen Allgemeinheit auf dieses so vernachlässigte Gebiet zu lenken. Dr. Eisenstädt war gerade mit der Herausgabe eines Sammelwerkes über jüdische „Sozial-Hygiene“ Merkblätter über jüdische Speise- und Sexualgesetze beschäftigt; auch die Gründung eines Vereins für jüdische Sozial-Hygiene war geplant. Es tut not, auf die Bedeutung all dieser Fragen hinzu weisen, die von entscheidendem Einfluß auf die Gesundung des jüdischen Volkskörpers sind. Wenngleich sich eine umfassende Reform erst in einem neuen jüdischen Gemeinwesen in Palästina durchsetzen wird, so wird es doch für den großen Teil der Westeuropäischen Judenheit, ddr in den übrigen Ländern verbleiben wird, nötig sein, eine Synthese zu finden, um auch hier den alten bewährten jüdischen Grundsätzten, die immer wieder das Erstaunen der modernen Hygieniker hervorrufen, wieder zum Siege zu verhelfen. Mit Turnen, Sport, Wanderungen allein Ist es nicht getan, besonders wenn die Schäden der großstädtischen Lebensweise den gesundheitlichen Nutzen dieser Betätigung wieder Wett machen. Es wird auch ein zu großer Wert auf das Ansehen der einzelnen Vereine nach außen gelegt, auf Gipfel- und Rekordleistungen und den öffentjichen Wettbewerb bei Preiskonkurrenzen. V>«I wichtiger ist die Pflege des „jüdischen Willens zur Tat“ d. h. jüdischer zu werden. AH die durch die Assimilation erworbenen nicht-jüdischen Unsitten müssen bekämpft und „überwunden“ werden, die Ernährungsweise'des Alkoholismus, das lange Cölibat unserer Jugend die Spätehe, das Zweikindersystem, die doppelte Moral usw. Zu den Folgeerscheinungen dieser Zustände gehören neben Taufe und Mischehe, Kindersterblichkeit, geringe Geburtenziffer, Mortalität. Wir haben nur eine jüdische Organisation, die sich ernstlich für das körperliche Wohl unseres Volkes interessiert- Die jüdischen Gemeinden haben in dieser Hinsicht versagt, ihre Wohlfahrtsbestrebungen fangen erst bei den Kranken und Toten an. Das Uebel muß an der Wurzel erfaßt werden. Ihre Vertreter stehen zum größten Teil1 den Forderungen des Volkes^ der jüdischen Jugend und der Zeit fremd gegenüber. Es ist ein schweres aber lohnenswertesl Stück Arbeit, das gefordert wird, aber hier ist ein Betätigungsfeld für die älteren passiven Mitglieder des Turnvereins gegeben. Es wird nötig sein, Erziehungsressorts zu schaffen, einen Gesundheitsrat ins Leböi zu rufen, Mutterschaftsfbnds zu gründen usw. Man wird vielleicht mit jüdischen Gemeinde-Organisationen streckenweise Zusammenarbeiten können. Ich denke dabei an die jüdische Gartenstadtbewegung, die vielleicht in ihrer Verwirklichung ein Miniaturbild dieser idealen Synthese, die ich für das Gesamtjudentuin

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