Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 1916-1918
- Issue
- Fünfte Kriegsnummer (September 1918)
- Date
- 1918-09-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 5 17 Jahre betrieben hat und noch weiter betreibt. Wenn sie den Granaten und Schrapnells, den Minen und Bajonetten der Feinde standgehalten hat, wenn sie bei Hitze und Kälte auf südlichen und nördlichen Schlachtfeldern nicht wankte, wird sie auch der unleugbar vorhandenen großen Schwierigkeiten Herr werden, die ihrer hier in Palästina warten. Und so erhoffen wir für uns das Kriegsergebnis, daß die jüdische Jugend, erfüllt von dem Geiste Georg Arndt’s, sich den großen Aufgaben zuwenden wird des „auf seine Zukunft losstürmenden, neuen Judentums.“! ' Gedaaken eines jüdischen Turners. Von Isi Hepner. (Aus den Mitteilungen des J. T.-V., Posen). Eines der beliebtesten Schlagworte unserer. Zeit ist das der „Neuorientierung“. Diesem, eine fortschrittliche Entwicklung ankündigenden Begriff liegt eine Umwälzung des Geistes, eine Umwertung' der Werte zu Grunde. Nicht nur neue Menschheits-iZiele sind uns bekannt, auch die Mittel und Wege zur Erreichung derselben wollen veränderte Formen annehmen. Auch das Judentum ist naturgemäß von diesem Zeitgeist berührt worden und man sucht allerwärts sich „neu zu orientieren.“ Klar erkennbar ist das Wachsen des jüdischen Zusammengehörigkeitsgefühls — besonders bei den Kriegsteilnehmern, denen sich, jahrelang im nichtjüdischen Milieu weilend, die Sehnsucht nach jüdischen Inhalten offenbart hat. Aber auch im In- und Auslande ist die Erstarkung des jüdischen Selbstbewußtseins vielversprechend. Hierzu hat in erster Reihe der Zionismus beigetragen, der ein Faktor in der Politik der Großmächte geworden ist. Die Erstrebung der Gleichberechtigung der Juden in allen Ländern, die Anerkennung der jüdischen Nationalität, die Schäftung eines jüdischen Gemeinwesens in Palästina sind Programmpunkte fast aller Regierungen und der angesehensten politischen Organisationen m allen Ländern geworden. Das müßte auch auf d i e Juden ernüchternd wirken, die das Judentum bisher nur für eine Konfession, den Zionismus für eine Utopie hielten. Aber noch eine Ursache ist es, die den positiv-jüdischen Bewegungen* neue Elemente zuführen wird. Anzeichen sprechen dafür, daß auch der Antisemitismus nach dem Kriege einer Zeit der Hochflut entgegengeht. Den Kampf gegen denselben wird das Judentum gechlo ssen aufnehmen müssen. Wie immer in solchen Zeiten, wird ein großer Teil der Indifferenten aus ihrer Interesselosigkeit herauegerissen werden. Aus all diesen Gesichtspunkten heraus ist eine Kräftigung aller positiv-jüdischen Organisationen für die Zeit nach dem Kriege zu erwarten. Die jüdische Turnbewegung marschiert unter diesen in erster Reihe. In Deutschland scheint man sich bereits an ihre Organisation herangemacht zu haben. Es scheint daher angebracht, bei Zeiten auf Mängel hinzuweisen, die sich m. E. jahrelang bemerkbar gemacht haben. Die jüdische Turnbewegung ist das wichtigste Glied ln der Kette der jüdischen Erziehungsprobleme. Sie hat sich die „kör-