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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1918-09-01 · Fünfte Kriegsnummer (September 1918) · p. Seite 16

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
1916-1918
Issue
Fünfte Kriegsnummer (September 1918)
Date
1918-09-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 No. 5 Nur so kann und wird sich das jüdische Volk seinen Platz an der Sonne erobern. Die Leitung ist vorhanden, der Führer aus dem Golus kann nur der Zionismus sein. Ihm muß jeder Einzelne heute seine Kräfte weihen, jeder Verein und jede jüdische Organisation. So auch die jüdische Turnerschaft — selbst mit Hintansetzung ihrer nächsten statutarischen Aufgaben — mit oder ohne Aenderung ihrer Satzungen. Keine papierenen Formalitäten dürfen uns daran hindern, mitzuarbeiten an der glücklichen Beendigung des Werkes, an dem wir so viele Jahre Kärrnerdienste geleistet, an der Erlösung und Befreiung an der Wiedergeburt des jüdischen Volkes! Ergebnisse des Krieges. Von Ernst Herrmann. Die kürzlich an mich ergangene Aufforderung, einen Beitrag für die nächsten Nummern unserer alten „Tum-Zeitung“ einzusenden, erinnerte mich an den Anlaß, aus dem ich zuletzt im Begriffe war, für die „Turnzeitung“ zu schreiben. Es war die Zeit vor dem ersten Jahrestag von Georg Arndfs Tode. Dem Tode des Mannes, der wie kein Zweiter ein Vorbild war für die jüdische Jugend, ein Vorbild als Mensch und Jude. Er gehörte zu den Männern der „letzten Konsequenz“ —, um ein Wort von Elias Auerbach zu gebrauchen —, denn er war im Begriff, seine Tätigkeit nach Palästina zu verlegen, als ein plötzlicher Tod ihn von dem Platze an unserer Spitze abrief. So oft ich in den Jahren, die seitdem verflossen sind, sein Bild vor mir sah: wie er neben mir stand in einer Versammlung kurz vor seinem Tode, voller Begeisterung und Zuversicht von den Fortschritten unserer Sache erzählend —, immer kam mir von neuem zuml Bewußtsein, was er uns hätte werden können, wenn es ihm vergönnt gewesen wäre, in Palästina zu wirken. Ich zweifle keinen Augenblick daran, daß er der Mittelpunkt geworden wäre, um den sich die besten Elemente Palästinas gesammelt hätten. So wenig es in seiner Natur lag, sjch irgendwo an die Spitze zu stellen, so gewiß. hätte es sich in Palästina ganz von selbst ergeben, daß er die Führung derer übernommen hätte, denen das Ideal mehr galt, als der Vorteil der nächsten Stunde. Oft und schmerzlich haben wir ihn in Palästina vermißt, wohl noch mehr, als Ihr in Europa. Seitdem hat sich vieles verändert, draußen und hier. Die alten Vorkämpfer und der junge Nachwuchs unserer Bewegung -- alle stehen sie draußen im Felde und kämpfen, an allen Fronten findet man jüdische Turner. Wie werden sie zurückkehren, wenn einst die Stunde schlägt? Wird das große Erlebnis des Krieges, der sie gewaltsam berausriß aus den gewohnten Geleisen, groß genug sein, um ihnen neue Bahnen zu weisen? Ich glaube, daß der Krieg, der soviel Furchtbares über unser Volk gebracht hat, auch manches Segensreiche uns noch billigen wird. Ich glaube, daß die jüdische Jugend, die in schweren Kämpfen erprobte, in der kommenden Zeit dem Rufe ihres Volkes folgen wird. Die Arbeit im Lande der Väter, die ihrer harrt, ist wahrhaftig leichter; als das schwere Kriegshandwerk, das sie die letzten

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