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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1918-09-01 · Fünfte Kriegsnummer (September 1918) · p. Seite 15

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
1916-1918
Issue
Fünfte Kriegsnummer (September 1918)
Date
1918-09-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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Nc 5 Ruderer, sie dürften nicht mehr sagen: Ich bin Mitglied in dem und dem Verein. „Ich gehöre der Nationaljüdischen Jugendorganisation an, der Turnergruppe in Posen, der Wanderergruppe in Hamburg, der Ruderabteilung in Berlin“, so müßte siein Bekenntnis lauten. Das erst gäbe eine Einigkeit, wie ach sie mir schöner und förderlicher nicht denken kann. So kann es aber nur sein, wenn wir alle von gleicher nationaler Grundlage aus aufbauen. Und das wir Turner da uns mühen, mit den andern zusammenzukommen, das ist mein größter Wunsch, meine Hoffnung für unsere Turnbewegung. An die Jüdische Turnerschaft! Von Ludwig Werner, Wien. Die Judenfrage ist aktuell geworden, aktuell durch die besonderen Leiden und tragischen. Geschicke der Juden im Kriege, aktuell durch die Neuregelung der Verhältnisse der Juden in verschiedenen Ländern. Sie wird auch bei den Friedensverhandlungen auf der Tagesordnung stehen und noch länge aktuell bleiben. Leider ist sie nicht durch die Juden selbst zur Aktualität gelangt. Das darf aber kein Grund sein, von der Arbeit zur’ Lösung der Judenfrage — denn tun nichts Geringeres handelt es sich —■ die Juden selbst auszuschließen. Das jüdische Volk! muß und wird die Lösung selbst in die Hand nehmen. Es ist nicht mehr unvorbereitet, seitdem der Zionismus auf allen Gebieten jüdischen Lebens vorgearbeitet hat. Dem Zionismus, dem Streben nach geistiger und körperlicher Regenerierung, verdankt auch die jüdische Tumbewegung ihre Entstehung. Als große jüdische Organisation muß auch die Jüdische Turner- Schaft Stellung nehmen zur Frage des Tages, zur Lebensfrage des jüdischen Volkes. Bisher hat die Jüdische Turnerschaft, auf nationaler Grundlage aufgebaut, lediglich der körperlichen Regenerierung des jüdischen Volkes gedient Dieser besonderen Aufgabe wird sie sich auch weiterhin mit allen Kräften widmen müssen. Das kann und! darf aber heute nicht mehr genügen. Es geht nicht weiter an, daß sich bewußte nationale Juden, wie sie die Tumerschaft im Verbände vereinigt, mit dieser Wirksamkeit in solcher Stunde bescheiden. Der jüdische Nationalismus auf fremden Boden kann nur Notbaracken schaffen für das jüdische Volk im Oolus. Unsere Heimat, unsere dauernden Wohnsitze kann uns nur der Zionismus bringen. Darum müssen sich heute alle jüdischen und selbstverständlich in erster Reihe alle jüdisch-nationalen Organisationen der zionistischen Leitung zur Verfügung stellen. Alle Sonderbestrebungen auf einzelnen Gebieten müssen zurücktreten zum Wohl des Ganzen. In dieser Schicksalsstunde, die für die Zukunft des jüdischen Volkes entscheidend ist, müssen alle verfügbaren Kräfte vereinigt sein unter zielbewußter Leitung.

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