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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1918-09-01 · Fünfte Kriegsnummer (September 1918) · p. Seite 14

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
1916-1918
Issue
Fünfte Kriegsnummer (September 1918)
Date
1918-09-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 die kleine Gruppe) der sie angehören, hinausgehoben; sie finden dadurch noch viele Gleichgesinnte, von denen sie vorher nicht gewußt, und das ist von Wert. Die Ueberzeugung, daß wir nicht allein gehen, sondern mit vielen gemeinsamen Weg haben, gibt uns das Vertrauen, daß dieser Weg der richtige ist. Außerdem werden durch die größere Gemeinschaft auch neue persönliche Beziehungen geschaffen;, es entstehen neue Freundschaften, die durch die Treue zur Person auch die Treue zur Sache festigen. — Diese Kurse in der rechten Weise zu gliedern, daß Anfänger und Fortgeschrittene gleichmäßig zu ihrem Recht kommen, wird keine großen Schwierigkeiten bieten. Damit der Hauptzweck nicht verfehlt wird, müssen für alle, vor allem für die Neulinge, einige obligatorische Unterrichtsstunden eingesetzt werden. Dafür kommt vornehmlich der Geschichtsunterricht in Betracht. Lust und Liebe zum Hebräischen soll allmählich durch die anderen Fächer wachgerufen, die Teilnahme dazu nicht erzwungen werden. Und bei allem darf eins nicht vergessen sein: große Unkosten dürfen sich für den Teilnehmer daraus nicht ergeben. Die größte Opferfreudigkeit müssen die Erzieher an den Tag legen, nicht die zu Erziehenden. In mancher Beziehung haben sich diese Wünsche schon zu verwirklichen begonnen. Auch! von anderer Seite wurden gleiche und ähnliche Gedanken ausgesprochen, und so kam Anfang 1917 mit Hilfe der Zionistischen Organisation; ein Ausschuß zustande, der die oben genannte Aufgabe als einen Hauptpunkt mit in sein Programm aufnahm. Ich meine den „Ausschuß für nationaljüdische Jugendarbeit“ in Berlin. Er hat bald für kleinere Städte vorbildlich gewirkt und wird voraussichtlich in kürzester Zeit zu einem Gesamtausschuß für das Deutsche Reich werden. Man kann nicht verlangen, daß eine solche Institution gleich im ersten Jahre ideale Arbeit leistet. Aber ihre- Existenz allein ist schon von Bedeutung. Und soll ihr Werk gelingen, so müssen alle Vereine ihr Teil dazu beitragen. Das ist auch jetzt eine der Hauptpflichten unserer Tumerschaft. Arbeitet dieser Ausschuß in der rechten Weise, und das kann er nur mit der allseitigen Unterstützung, so werden die ihm angeschiossenen Vereine größten Nutzen daraus ' ziehen. In einer Hinsicht ist das schon deutlich genug ausgeführt worden. In bezug auf das Menschenmaterial ist weiter eine Hebung dadurch zu erwarten an Qualität sowohl wie an Quantität. Eine solche Organisation wird durch Ihren größeren Umfang viel weitere Beziehungen haben; sie hat viel eher die Möglichkeit, an neue Kreise heranzutreten, und aller Wahrscheinlichkeit auch viel eher die Mittel, eine weitgehende Propaganda durchzuführen. Einer solchen Organisation ferner, die alle Vereine umfaßt und durch richtige Zusammensetzung auch alle übersieht, muß es gelingen, jeder Einzelgruppe die für sie in Betracht kommenden Olieder zuzuweisen. Esi wird ein Austausch zwischen den einzelnen Vereinen stattfinden können, wie er bisher nicht zu erreichen war. Die leidige Konkurrenz, die jeder Arbeit hinderlich ist, wird aufhören. Man wird auf diesem Wege endlich dazu kommen, sich als ein Ganzes, dem gleichen Ziele Zustrebendes zu fühlen und danach zu handeln^ Und bei diesem Gedanken stellt sich mir ein Bild dar, das gewiß heute! und morgen noch nicht Wirklichkeitscharakter annehmen wird, das aber doch in nicht allzu ferner Zukunft lebendige Gestaltung erfahren dürfte. So sehe ich es: Die Zusammenfassung der Vereine müßte schließlich eine ganz innige werden, so daß sie nur noch weiter beständen als eine einzige große Institution. Der Turner, der Wanderer, der

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