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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1918-09-01 · Fünfte Kriegsnummer (September 1918) · p. Seite 9

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
1916-1918
Issue
Fünfte Kriegsnummer (September 1918)
Date
1918-09-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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No * 9 gäbe unserer Bewegung. Die jüdische Turnerschaft hat sich damit dieselbe Aufgabe gesteift, die die deutsche. Tumbewegung vor mehr als 100 Jahren ins Leben rief, die Vorbereitung des Volkes zur nationalen Wiedergeburt. Es ist versucht worden zu zeigen, daß die jüdische Turnbewegung mit der alleinigen Begründung der körperlichen Ertüchtigung nicht richtig orientiert war. Sie kann* nicht‘selbständig neben der gesamten nationalen Bewegung einhergehen. Sie findet ihre Begründung nur in dem Weiteren Rahmen der Erneuerung des ganzen jüdischen Volkstums. Hier bildet sie ein wichtiges Mittelglied, sie bildet die Brücke zwischen Idee und Tat, zwischen Gesinnung und Handeln. Jeder der zu ihr gehört, gliedert sich ein in die große Bewegung, die die Wiedergeburt des jüdischen Volkes erstrebt und deren höchstes. Ziel die Erfüllung der zionistischen Idee ist. Auf der anderen Seite muß die zionistische Jugend eine Tumbewegung mit diesen Zielen als ihre nächstliegende bedeutsame Aufgabe erkennen. Die frühere Unabhängigkeit von der zionistischen Idee mag vor Jahren einigen als ein taktischer Vorzug erschienen sein. Bei der allgemeinen Anerkennung, die die zionistische Bewegung heute bei Juden und Nichtjuden findet, ist eine derartige Bedenklichkeit nicht am Ratz. Nur wer unbeirrt seine innersten Ziele verfolgt, wird die Jugend auf seiner Seite haben. Wir kennen daher kein Bedenken haben, die Tumbewegung mit ihren Zielen einzugliedern in die Bewegung, die die Erneuerung des jüdischen Volkes im jüdischen Lande erstrebt. Brief aas dem Felde. Von Max Cohn. Das Juli-Heft unserer „Turnzeitung“ bringt einen Bericht, über eine Tagung der nationaljüdischen und zionistischen Jugendvereine und einen Brief von Henry Unna, die mir die Feder in die Hand zwingen, Sowohl von zionistischer Seite wie von Unna wird der Jüdischen Tumerschaft mangelnde nationaljüdische Beeinflussung ihrer Mitglieder zum Vorwurf gemacht. Daß es statt „nationaljüdisch“, „zionistisch“ heißen soll, geht aus der Frage hervor, wieviel Zionisten die Jüdische Tumerachaft hervorgebracht habe- Von den Vertretern der Jüdischen Turner- Schaft ist bereits die richtige Antwort darauf gegeben worden. Wenn ich Unna und die Leiter der zionistischen Jugendorganisationen recht verstehe — und ein Mißverständnis ist ja wohl ausgeschlossen — so wollen sie unsere Turnerschaft, die ein ausgesprochen nationaljüdisches — nicht zionistisches — Programm bat, zu einer zionistischen Propaganda-Organisation umgestalten. Gegen derartige Versuche kann man nicht energisch genug Stellung nehmen; und ich hoffe, daß dje Aufforderung zu einer Diskussion dieser Frage alle, die an unserem bewährten nationaljüdischen Programm festhalten wollen, veranlassen wird, laut und vernehmlich dagegen ihre Stimme zu erheben. Viele von uns — „die Besten“, wie Unna sagt — stehen im Felde. Wir können an den Beratungen nicht teilnehmen, aber twlr müssen verlangen, daß man uns hört und nicht über unseren Kopf hinweg die Tendenzen unserer Turnerschaft ändert — „intensiviert“, 'vie Unna sich ausdrückt

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