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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1918-07-01 · Vierte Kriegsnummer (Juli 1918) · p. Seite 15

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
1916-1918
Issue
Vierte Kriegsnummer (Juli 1918)
Date
1918-07-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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No. 4 15 s*e nidit am ‘Ende auch der jüdischen Hydra die Köpfe absengen. Herr Rust fordert nun einmal unser Blut. — Es ist für die halbe Million deutscher Juden kein schlechtes Zeugnis, wenn sie trotz der Ausschließung in allen Regierungskreisen, trotz Kaiser Und Bundesrat, bei ihrer notorischen geringen Vertretung in allen Parlamenten, bei ihrer Zurücksetzung itm Wandel und Handel eine solche Macht erlangen können. „Was soll herrschen; germanisch oder jiidisdl?“ fragt Herr Rust. ... Dagegen kommen die übei aus sachlichen und ruhigen Ausführungen der Nat orp und Ahlborn, die sich mit Liebe in die Frage vertieften, nidit auf. Insbesondere da ein Mann auftritt, der als Redakteur einer wissenschaftlichen Zeitschrift, des Archivs für Rassenhygiene, kraft seiner angeblichen Kenntnisse wirkt: Herr Lenz, dessen allgemeine biologische Ausführungen einen gewissen Wert besitzen, macht sich die spezielle Beurteilung der heutigen Judenfrage recht bequem. Zuerst tut er so, °Is ob irgendwie die Bestrebungen der Rassenhygäene durch die Assimilationskreise der Juden hintangehalten worden iwären. Dieser Behauptung fehlt jeglicher Beweis. Dann bespricht er den „Fall Bergson“, und fährt wörtlich fort: „Ich wußte damals nicht, daß Bergson jüdischer Abstammung ist upd konnte mir daher seinen beispiellosen Erfolg nicht erklären. Heute nimmt Bergson bekanntlich in Paris an der Deutschenhetze einen hervorragenden Anteil. Man erkennt instinktivdas deutsche Reich als den letzten Hort der nordischen Rasse; also muß es yernichtet werden. Die Hetzpresse ist zum größten Teil •n den Händen von Leuten, die ihr Judentum verleugnen und von Mischlingen. Northcliffe stammt aus einer Frankfurterjudenfamilie....“*) Das moralische Verantwortlichkeitsgefühl des Herrn Rasseforscher Lenz ist sicher nicht so weitgehend, um sich der Tragweite seiner so kläglich gestützten Behauptungen klar zu sein, ln Paris sind bekanntlich Hunderttausende vpn Hetzern. Der Revanchegedanke, die Fortsetzung des französischen Imperialismus liegt der Masse so im Blute, daß es nicht der paar französischen Juden bedarf. In Frankreich und England macht man den Juden sogar den Vorwurf und den Prozeß wegen ihrer Friedensfreundschaft und Deutschenliebe. Macht nichts: Die Juden sind die Kriegshetzer, weil Northcliffe — dessen einer Großvater ein Jude gewesen sein soll, die Richtigkeit wird allgemein bestritten — und Herr Bergson Hetzapostel -sind. Die französische Unruhe, die englische Selbstüberhebung, die wirtschaftlichen Probleme, die Einkreisungspolitik Eduards und der französischen Präsidenten — jetzt wissen wir es erst — sind made in Judaism. Die zu ziehenden Konsequenzen liegen aut der Hand. Wenn der Wissenschaftler Lenz sie nicht zieht, jeder intelligente Leser muß — falls die gegebenen Voraussetzungen richtig sind — sich über die Gemeingefährlichkeit der Juden klar werden. Es ist auch kein Wunder, daß diese wissenschaftliche Größe immer mehr in das Fahrwasser des Antisemitismus gerät, bei solchen Behauptungen ist es nur die einzige notwendige Folge. Sollen wir wirklich die ganze Entstehungsgeschichte des Weltkrieges ausführen und den minimalen Einfluß der Juden an dem Krieg und der Hetzpresse darlegen? Ich glaube, wir können uns diese Exkursionen schenken und kon- *) Nach der Jüdischen Presse vom März 1Ü1S stammt Lord Northcliffe nicht von Juden ab.

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