Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 1916-1918
- Issue
- Vierte Kriegsnummer (Juli 1918)
- Date
- 1918-07-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Ho. 4 5 unserer harrt. Oie Organisation hat schwer gelitten, und es wird unsere erete Aufgabe sein, sie wieder herzustellien und weiter zu führen. Aber nicht nur der Ausbau der Organisation wird uns beschäftigen, sondern andre Fragen, die während des Krieges teils neu entstanden, teils mehr in den Vordergrund gerückt sind, werden ebenfalls der Entscheidung entgegengeführt werden müssen. All dies wird dem Tumtag, den' wir alsbald nach Friedensschluß ein berufen werden, obliegen, und wir müssen dafür Sorge tragen, daß dieser Turntag gut vorbereitet wird, um zu befriedigenden Ergebnissen zu führen. Nicht die technische Vorbereitung meine ich, sondern ein rechtzeitiges Aufstellen und Durchdenken der Probleme, die auf dem Turn teg zu lösen sind. Niemand wird sidi der Ueberzeugung entziehen kon nen, daß dieser erste Tumtag nach dem Kriege von ganz besonderer Bedeutung für die jüdische Tumerschaft sqin wird. Deshalb müssen wir es vermeiden, daß die Teilnehmer erst auf dem Tumtage vor Fragen ZUI[ Entscheidung gestellt werden, die sie nicht vorher gekannt und gründlich in Erwägung gezogen haben. Nur so wird der Tumtag uns wirkliche Fortschritte bringen. Durch das Wiedererscheinen der Tumzeitung haben wir nun die Möglichkeit, diese Vorbereitungsarbeit ins Werk zu setzen und ich nehme mit Bestimmtheit an, daß Alle, denen unsere Sache am Herzen liegt und die gewillt sind, an dem neuen Aufbau mitzuwirken, hier mre Meinungen und Pläne vortragen werden, damit diese dann auf dem Turntag ihre Klärung finden können. Welches sind nun dje Aufgaben, die der Erledigung warten? An erster Stelle werden organisatorische Fragen stehen, und hier werden wir viel neues zu schaffen haben. Von den Kreisen der jüdischen Turnerschaft übersteht nur einer den Krieg, und dies ist der deutsche Kreis, Es wäre aber falsch, allein aus dieser Tatsache den Schluß zu ziehen, es mit dem deutschen Kreise zum besten bestellt sei. Eine ganze Anzahl von kiei'neren” Vereinen haben ihre Arbeit aufgeben müssen, und, auch die größeren haben schwer gelitten. Wenn man diese Umstände zum Teil dem Fehlen an tätigen Mitarbeitern zuschreiben muß, so dürfen wir uns doch nicht verhehlen, daß einen großen Teil der Schuld die mangelhaft diurdigebildete Organisation trägt. Der galizische Kreis ist durch den Krieg völlig verschwunden und wir werden hier an einen ganz neuen Aufbau herangehen müssen. Der türkische Kreis ist eben falls schwer geschädigt, doch dürfen wir infolge der erfreulichen Zeicben aus Konstantinopel hoffen, daß auch dort neues Leben erblühen wird. L>er westösterreidhische Kreis stellt ein besonderes Problem dar. Bereits dem Krieg war das Zusammenarbeiten dieses Kreises mit der jüdischen Tumerschaft häufig durch die Langsamkeit und Unorganisiertheit vi, Kreisleitung in Frage gestellt. Während des Krieges hat sich hierin •uchts geändert, höchstens ist es noch schlimmer geworden. Wir werden dem Tumtage darauf dringen müssen, daß auch in diesem Kreise die Arbeit von unseren westösteireichischen Tumbrüdem mit größerer ^rgsamkeit und strengerem Ernste aufgenommen wird, ln Polen ist wahrend des Krieges die Gründung einesl großen Turnverbandes erfolgt, “nd wir haben die begründete Hoffnung, daß dieser Verband den Anschluß an die Jüdische Tumerschaft gewinnen wird. Auch1 die Gründung Anzahl jüdischer Turnvereine in Holland bietet uns für unsere Arbeit ■ gute Aussichten. werden also unsere besondere Aufmerksamkeit auf den gründ ücben Ausbau der Organisation in den Kreisen und dadurch auf die »ricung und den Wiederaufbau der einzelnen Vereine zu richten haben.