Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 1916-1918
- Issue
- Vierte Kriegsnummer (Juli 1918)
- Date
- 1918-07-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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4 No. 4 in einen .6—8 gliedrigen umgewandelt. In diesen engeren Arbeitsausschuß wurden gewählt: Herr Arlosoroff, Frl. Feinberg, Hans Ooslar, Edmund Levy, Dr. Fritz Löwenstein, Walter Moses, Dr. Leo Münz, Dr. Max Strauß. Herr Karl Glaser als Jugendsekretär gehört diesem engeren Ausschuß ohne weiteres an, was die Versammlung bestätigte. Sollte Dr. Münz nicht in Berlin bleiben, so wird mit der Tumerschaft wegen eines anderen Vertreters ihrer Interessen beraten werden. Der ebenfalls im Namen der Tumerschaft von Heim Dr. Münz eingebrachte Antrag, den Verbänden mindestens 6 Wochen vorher die Tagesordnung und Anträge zum Jugendtag bekanntzugeben, wurde angenommen. Im Laufe der Verhandlungen kam es zu sehr lebhaften Auseinandersetzungen über die Jüdische Tumerschaft und ihre Stellung innerhalb der national-jüdischen Jugendbewegung. Es wurden von zionistischer Seite sdharfe Vorwürfe erhoben wegen der mangelnden national-jüdischen Beeinflussung ihrer Mitglieder und wegen der geringen Zahl von Zionisten, die in den 20 Jahren ihres Bestehens aus ihren Reihen hervorgegangen sei. Herr Dr. Tudhi-Hamburg wies demgegenüber darauf hin, daß die Tumerschaft nicht ein zionistischer, sondern ein national-jüdischer Verband sei, und daß man bei der Gründung eines national-jüdischen Gesamtausschusses den Verbänden volle Freiheit lassen müsse, ob sie aus ihrem national-jüdischen Standpunkt die Konsequenz zum Zionismus ziehen wollen oder nicht. Auch Frl. Cohn legte Verwahrung ein gegen eine derartige Bewertung der Jüdischen Tumerschaft. Es sei schon dem Programm der Tumerschaft nach falsch, diese Frage, wie viele Zionisten sie hervorgebracht habe, zu stellen. Die Pflege national-jüdischer Ge sinnung sei nur ein Teil ihrer Arbeit, der vielleicht umfassender erfüllt werden müßte. Es heiße aber die bedeutsamen speziellen Aufgaben, die die Turnerschaft im Kreise der national-jüdischen Jugendverbände auf volkshygienischem Gebiete erfüllt habe und zu erfüllen berufen sei, herabsetzen, wenn man — darüber hinweggehend — einseitig nur nach den Erfolgen der zionistischen Beeinflussung frage. Im Anschluß hieran .sei mitgeteilt, daß der Kriegsausschuß der Jüdischen Turnerschaft beabsichtigt, unmittelbar vor dem nationaljüdischen Jugendtag im Herbst einen Kreisturntag abzuhalten, uni auf diesem die Ansichten der Vereine zu klären und alsdann die Stellung der Turnerschaft auf dem Jugendtag festzulegen. Wir nehmen an, daß der vorstehende Bericht über die Tagung am 16. Juni bereits Anlaß geben wird, über die Aufgaben der Tumerschaft, speziell über die national-jüdische Arbeit und wie man ihr im Rahmen unserer Organisation gerecht werden kann, die Meinungen auszutauschen. Alle damit zusammenhängenden Fragen stellen wir hiermit zur Diskussion. Wir erwarten eine fruchtbringende und förderliche Auseinandersetzung innerhalb der Vereine und mit der Leitung der Jüdischen Tumerschaft und hoffen, auch die Stimmen unserer Turnbrüder im Felde zu hören. Aufgaben von Leo Münz. Wir hoffen jetzt, daß wir uns zeitlich dem Ende des Krieges bedeutend näher befinden als dem Anfang, und /müssen deshalb an die Arbeit denken, die nach dem Kriege innerhalb der jüdischen Turnerschart