Mannheim
Compact Memory

Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1918-02-01 · Dritte Kriegsnummer (Februar 1918) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
1916-1918
Issue
Dritte Kriegsnummer (Februar 1918)
Date
1918-02-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/6492379-5965033-5965374--512-4922688
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

No. 3 7 Heute heißt es: sich abfinden mit unserem Schmerz, ihn zu überwinden. Das jüdische Volk braudit heute mehr denn je eine freie, frohe Jugend. Schließt die Reihen, Ihr Ueberlebeniden! Ihr habt mätzuleisten für uns, die nicht mehr sind. Ihr habt in unserem Sitnne weiterzuwirkea, unser Leben fortzusetzen, damit wir weiterieben unter Euch! Das ist die einzige Stimme, die uns aus den jungen Gräbern ertönt. Ihr wolle« wir folgen. Und Arbeit für die Jüdische Turnersdiaft in treuem Gedenken an jene, die uns fehlen, sei unsere Totenfeier. Jüdische Gartenstadtbestrebungen. Von Davis T r i e t s c h, Berlin. Die mangelnde Eignung der Juden zur Landwirtschaft herkömmlicher Art, trifft im Falle Palästinas mit einer mangelnden Eiguung auch des Landes in so auffälliger Weise zusammen, daß ick Ypn meiner frühesten Beschäftigung mit diesen Fragen an, darauf kam, «ine andere als die herkömmMdie Art der Landwirtschaft zum Ausgangspunkt zu nehmen. Ja sogar, erst die Kenntnis von einer solchen anderen Form der Landwirtschaft, die mir auf den Fall unserer Mensche« und unseres Landes zu passen schien, gab mir die erste Veranlassung, mich mit den Kolonisationsfragen im engeren Sinne zu befassen. Im Osten der Vereinigten Staaten wurde um die Mitte der neun« 2iger Jahre von Seiten kalifornischer Landgeselischaften eine Propaganda gemacht, die darauf hinzielte, der Landwirtschaft ungewohnte städtische Elemente im „Fernen Westen" in einer Form anzusiedeln, die einem solchen Publikum und den besonderen Möglichkeiten Kaliforniens entsprach. Nun waren jene Oestier ebenso eingefleischte Städter wie die groß» Mehrzahl der Juden, und die besonderen Möglichkeiten Kaliforniens entsprechen ziemlich genau denen Palästinas. Es kam mir sofort in den Sinn, daß hier ein gutes Vorbild für unsere Kolonisation suchen sei, und alle, mit denen ich darüber Sprach, stimmten mir darin zu. Dr. HerzI sogar so weit, daß er es mir übel nahm, als ich Be* Banken zeigte, ihm für „Die Welt“ etwas darüber zu schreiben. Ich gab der Befürchtung Ausdruck, daß andere jüdische Kolonisationsfaktoren durch eine zionistische Veröffentlichung sich veranlaßt sehen könnt®n, nicht mitzutun. Ich willigte schließlich ein, und dieser Aufsatz Uber „Eine kalifornische Kolonisationsmethode“ war meine erste Arbeit in der „Welt“ (1899).*) Dies war bereits die Gartenstadt in einer idealen Form, nämhch eine genossenschaftlich organisierte Kolonisation, die auf Gartenuau basierte und trotz Landwirtschaft ein hohes kulturelles Niveau entwickeln mußte. Geringes Gelderfordemis, kleine Landflächen, intelligente ^carbeitung und hohe Rentabilität hatten im Falle jener kalifornischen ._*) Die damalige Arbeit ist neben zahlreichen anderen Materialien?ur jüdischen Ansiedlungsform der Gartenstadt und des Indusfriedorfes i, meinem neuen Buche ,Jüdische Emigration und Kolonisation“ (Orient- Verlag, Berlin W50) abgedruckt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.