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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1918-02-01 · Dritte Kriegsnummer (Februar 1918) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
1916-1918
Issue
Dritte Kriegsnummer (Februar 1918)
Date
1918-02-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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No. 3 5 der Name „Gott“ nicht ein einziges Mal vorkommt und welches doch unverkennbar von jüdischer Weltanschauung’ durchtränkt ist, läßt uns auch bei dem freien Spiel der Kräfte und den \veItutn wä I zenden Ereignissen der Gegenwart das Walten einer höheren Macht erkennen, welche man nicht zu nennen braucht, um sie zu verehren. Und das Buch hält dem jüdischen Empfinden den Spiegel vor: Erkenne dich und erkenne deine Zeit. In dem geheimnisvollen Oratorium „Juda“, welches die Weltgeschichte aufführt, kehrt bei wechselnden Modulationen dieselbe Fuge immer wieder: Selbstbesinnung nach schmachvollem Abfall. Zur Selbstbesinnung ruft auch die Purimgeschichte, „lih’jot Hajehudim athidijn lajom haseh“ ~ die Juden sollten sich für jenen Tag bereit halten. — Dies Wort wollen wir zu dauerndem Gewinn mit uns nehmen. Wir wollen uns bereit halten „für jenen Tag“! E. L. Brief aus dem Felde von Henry Unna. Nach einer Unterbrechung, die uns Ewigkeit dünkt, will man den »ersuch machen, unsere Zeitschrift von neuem erscheinen zu lassen. Sie wollen es versuchen! Sie, — das ist die kleine Schar jener, die noch ®der wieder in der Heimat weilen und dort mit der Treue und Liebe der Unseren, trotz der tausend Schwierigkeiten, für die Bewegung tätig sind. Unsere Monatshefte waren ivon jeher der Spiegel unseres Lebens, und mit ihrem Aufhören lockerte sich das Band, das uns zusammen hielt. Es fehlte das Forum, vor dem wir unser Hoffen und Mühen offenbarten, es fehlte der gegenseitige Austausch von Gedanken und Erfahrungen. Es ist nur zu klar, da ft sich uns heute die Empfindung aufdrängt, unser Verband sei zerfallen, weil wir von den Landesverbänden und den einzelnen Vereinen fast nichts mehr hören, lind doch bin ich überzeugt (teilweise aus eigener Anschauung), daß mehr Vereine relativ günstig daneben, als man zu glauben geneigt ist. So wird es die erste Aufgabe unserer Zeitschrift sein., uns zu orientieren: wo stehen wir? Wir werden uen Ruf zum Sammeln ertönen lassen. Auf der Grundlage des noch Begehenden werden wir alte Vereine neu beleben und . neue erstehen lassen "ünneh. Meines Erachtens sind die Aussichten für den Wiederaufbau uer Jüdischen Turhersdhaft sehr günstig. Mit dieser Orientierung, eng verknüpft, wird es unsere Aufgabe sein, was persönliche Verhältnis des Einzelnen zur Turnerschaft wieder herzustellen und zu stärken. Das mag sich besonders auf uns beziehen, die .'ui Felde stehen. Aber auch an vielen Orten der Heimat, an denen Unsere Vereine eingegangen sind, gibt es Tumbrüder und TumschWestern, öl* in den drei Jahren der Trennung das innere Verhältnis zur Turnerschaft verloren haben. Man hat sich langsam an den Gedanken gewöhnt: ®uch unsere Tumersdhaft ist dem Kriege zum Opfer geworden, und hat Jpu in Resignation gefügt. Ich bin überzeugt: in den- Reihen dieser 'eien wird diese neue Nummer unserer aftneuen Zeitschrift freudig * . das Dokument .unseres Wiedererstehens begrüßt werden. Wie etwa v,r die Heimat grüßen werden, wenn wir zu neuem Leben und Wirken urückkehren. Denn unsere Turnerschaft, unser Turnverein ist uns ein Heimat.

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