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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1917-03-01 · Zweite Kriegsnummer (März 1917) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
1916-1918
Issue
Zweite Kriegsnummer (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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vertretende Generalkommando einen Unteroffizier für unseren Turnbetrieb zur Verfügung stellte. Wir haben auch der geistigen Erziehung unserer Mitglieder zu unserer Bewegung große Sorgfalt entgegengebracht. Im Winter 1915/1916 hielt Herr Professor Dr. Heinrich Löwe eine Vortragsfolge, die außerordentlich gut von Mitgliedern und Güsten besucht war. im Winter 1916/1917 eröfineten wir unser neues Vereinsheim im „Hotel zur goldenen Gans“, in welchem sich für die Folge unser gesamtes Vereinsleben abspielen wird. Als erste Veranstaltungen fanden die Ch'anukahfeiern unserer Kinderabteilungen und unserer Frauen- und Jugendabteilungen statt. Es sprach bisher Herr Professor Dr. Löwe über „die Maccabäer“, Herr Julius Hirsch über „die Geschichte der Jüdischen Turnbewegung“ und Herr Professor Dr. H. Löwe Uber „Nationaljudentum“. Eine Reihe von Vorträgen sind bereits vorausgesehen. In allerletzter Zeit ist es uns gelungen, in unserem Vereinsleben einen hebräischen Sprachkursus namentlich für unsere Mitglieder einzuführen. Oberstes Prinzip der Vereinstätigkeit war bei allen Maßnahmen, die getroffen worden sind, in allen turnerischen und jüdischen Dingen die Möglichkeit zu schaffen, sowie normale Verhältnisse eintreten, den Vereinsbetrieb wie früher in Friedenszeiten großzügig aufnehmen zu können. Jüdischer Frauenbund für Turnen und Sport, Berlin. Die Entwicklung des Ifftus hat, trotzdem Wir ein reiner Frauenverein sind, durch die Kriegsverhältnisse schwer gelitten. Die Mitgliederzahl ist in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen, da unsere Mitglieder zum Teil aus pekuniären und größtenteils aus Familien-Rücksichten oder gesteigerten Berufspflichten nicht mehr turnen kommen konnten. Gerade unter unseren älteren Mitgliedern waren viele, die entgegen ihren Neigungen dem Vereinsleben fernbleiben mußten, da die schweren Zeiten manche ungewohnten Sorgen und Lasten auf ihre Schultern häuften. Wir sahen uns aus solchen Gründen auch gezwungen, den Beitrag um V» zu ermäßigen, da zahlreiche Mitglieder nicht mehr in der Lage waren, ihren Verpflichtungen in der Höhe wie in Friedenszeiten nachzukommen. Ueber die finanziellen Schwierigkeiten hinaus, die uns diese Ausfälle brachten, müssen wir vor allem den Rückgang des Turnbetriebes bedauern. Zufriedenstellend hat sich nur die dritte Frauenabteilung entwickelt, die regelmäßig gut besucht ist. Herzuleiten ist dies aus dem Umstand, daß hier hauptsächlich ganz junge Mädchen turnen, für die der Krieg nicht so schwere anderweitige Verpflichtungen gebracht hat, wie für die älteren. In den beiden anderen Frauenabteilungen hat sich der Betrieb erheblich verschlechtert. Da uns der Wilmersdorfer Magistrat die Turnhalle im Bismarck-Qymnasium von jetzt an nicht mehr zur Verfügung stellen kann, so werden die Mitglieder dieser Nachmittags- Abteilung an einem unserer Turnabende teilnehmen müssen. Wir hoffen, nicht viele dadurch zu verlieren, sondern womöglich durch die Zusammenlegung einen lebhafteren Betrieb erreichen zu können. Auch für unsere II- Mädchenabteilung konnten wir die Turnhalle nicht mehr zu der gleichen günstigen Zeit wie früher belegen. Hierdurch und durch den infolgedessen mehrfach notwendig werdenden Wechsel in der Leitung ging der Betrieb

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