Mannheim
Compact Memory

Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1917-03-01 · Zweite Kriegsnummer (März 1917) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
1916-1918
Issue
Zweite Kriegsnummer (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/6492379-5965033-5965371--489-4922665
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

No. 2 4 um so eher, als iür jeden uns entzogenen Mitarbeiter stets ein neuer einsprlngen konnte. Damit ernteten wir die Früchte unserer Friedensarbeit, die besonderen Wert darauf legte, aus unseren Jugendabteilungen den notwendigen Nachwuchs zu schafien. Tatsächlich arbeiten heute iast in allen Abteilungen in Vereinsämtern die Mitglieder unserer Jugendabteilungen. Dankbar wollen wir auch die Arbeiten unserer drei Frauenabteilungen hervorheben, deren Mitglieder sich nicht durch die vielen häuslichen Sorgen haben hindern lassen, weiter zu arbeiten. Ganz besonders haben sie sich der Verteilung von Liebesgaben an unsere Turnbriider ini Felde angenommen und dadurch ein inniges, unzerreißbares Band zwischen den Kämpfern und den Daheimgebliebenen geknüpft. Die mannigfaltigen Veränderungen, die in der Leitung des Vereins durch den Krieg hervorgerufen wurden, haben natürlicherweise die Arbeiten mit bestimmten Zielen unmöglich gemacht. Erst seit vier Monaten befindet sich die Vereinsleitung in festen Händen und zwar 1. Vorsitzender: Herr Direktor Georg Kareski, 2. Vorsitzender: Herr Rechtsanwalt Dr. Michael Meyer, Hauptturnwart: Julius Hirsch, Hauptturnwartstellvertr.: J. K1 o p s t o c k, Hauptkassiererin: Fräulein Elsbeth A 11 e r t h u m, Scrhiftführerin: Fräulein Anni Zucker. In letzter Zeit hat sich als Beisitzer unser lieber Arthur Schrägenh e i ni zu uns gesellt. Der Mangel an geeigneten Lehrkräften hat uns gezwungen, den Betrieb zu vereinfachen. Wir besitzen zurzeit eine Männer- und Jugendabteilung in Charlottenburg, eine Männer- und Jugendabteilung in der Gr. Hamburgerstraße, drei Frauenabteilungen, eine Schüler und eine Mädchenabteilung. Insgesamt turnen in allen Hallen 150 Mitglieder. Um uns den notwendigen Ersatz iiir die einzelnen Turnkräfte zu schaffen, veranstalteten wir im Winter 1915 einen Turnwartskursus, dank dessen wir in allen Abteilungen den Betrieb aufrecht erhalten konnten. ‘ Inf darauffolgenden Jahre erzielten wir durch einen praktischen Vorturnerkursus eine Anzahl neuer Vorturner. An turnerischen Veranstaltungen sind hervorzuheben: Die monatlichen Turnfahrten, die außerordentlich gut besucht waren. Die Eröifnung unseres Sportplatzes durch ein Spiel und Sportfest aller Abteilungen. Der Kriegsstafettenlauf Stern-Stern, der uns im Sonderwettbewerbals Sieger sah. Ein Ereignis für Berlin war das am 3. Dezember veranstaltete Schauturnen. In Gegenwart von 500 Zuschauern konnten unsere Jungen und Frauen ihr turnerisches Können zeigen. Besondere Wirkungen erreichten die Freiübungen der Jugendabteilungen und die Fahnenübungen der Frauenabteilungen. Der Abschluß des Turnfestes war ein Wettspiel der Ivrip und der Jugendabteilung des Bar-Kochba. Im Hindernisstafettenlaui sah man den Bar-Kochba siegen, dafür konnte sich die Ivria im Tauziehen Revanche holen. Die turn- und sportliche Tätigkeit unseres Vereins Ist in letzter Zelt von den maßgebenden Behörden gewürdigt worden. So erhielten wir zur Aufrechtcrhaltung unseres Sportplatzes vom Oberpräsidenten der Mark Brandenburg als einmalige Unterstützung 700 Mark, w'ährend uns das stell-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.