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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1916-12-01 · Erste Kriegsnummer (Dezember 1916) · p. Seite 9

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
1916-1918
Issue
Erste Kriegsnummer (Dezember 1916)
Date
1916-12-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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No. 1 Es wird beschlossen, daß die Turnzeitung als Nachrichtenblatt alle zwei Monate in Berlin erscheinen soll und die Kosten durch freiwillige Beiträge aufzubringen seien. Pause von 1—4 Uhr. Wiedereröffnung 4% Uhr. Die Debatte über das Büro in Verbindung mit der Debatte über die Finanzen wird fortgesetzt. An der Debatte beteiligen sich die Herren und Damen: Scholem, Weigert, Hirsch, Münz, Cohn, Kareski, Körösy, Schwarz, Klopstock, Marcus, Tomascbewsky, Lewin. Während alle Vertreter sich einig sind, daß dem Kreisvorstand zur Erledigung seiner Arbeiten ein Büro zur Verfügung stehen muß, laufen die Meinungen darüber auseinander, ob und durch welche Maßnahmen die Bürounkosten einzuschränken seien. Herr Dr. Münz stellt fest, daß unser Büro nicht allein für die Arbeiten des .Verbandsausschusses bestehe, sondern daß wir ein gemeinschaftliches Büro mit dem B. K.-Berlin unterhalten. Die gemeinsamen Unkosten für Miete, Sekretärin usw. belaufen sich auf ca. 130 M. pro Monat. Davon hat der B. K. monatlich 30 M. zu zahlen. In Wirklichkeit hat er diese Summe in 28 Monaten nur 22 mal bezahlt. Dagegen wurde die Arbeit zum allerwesentlichsten Teil vom B. K. in Anspruch genommen. Während also die Leistung des B. K. für das Büro gegenüber der Leistung der Turnerschaft sich höchstens wie 1 : 3 verhalte, stehen umgekehrt die Ansprüche des B. K. gegenüber den Ansprüchen der Turnerschaft an das Büro im Verhältnis von mindestens 3:1. Frl. Lene Cohn führt aus, daß die Kosten des Büros in einem. Mißverhältnis zum Wert desselben stehen. Die große Summe für die Erhaltung desselben falle als ungeheure Steuerlast auf einzelne Vereine, während andere nicht davon betroffen werden. Jeder, der sich die Bilanz ansehe, müsse zugeben, daß es keine gerechte Sache sei, daß der Ifftus im Jahre 1914 fast 20 Prozent, 1915 30 Prozent und 1916 28 Prozent der eingegangenen Beiträge aufgebracht habe, also fast ein Dritte!, was seiner eigentlichen Stärke — er sei hier mit halb so viel Stimmen wie der B. K.-Berlin vertreten — nicht entspreche. Der Ifftus sehe die Ungerechtigkeit jedenfalls ein. Er sei, so lange er genug Ueberschuß gehabt habe, in Geldsachen immer weitherzig gewesen. Seit zwei Jahren arbeite er mit einer großen Unterbilanz und würde jetzt kaum willens sein, sich weiter auspowern, zu lassen für eine Sache, deren Wert für die Kreisleitung sehr zweifelhaft sei, bloß um für den B. K. das Büro zu bezahlen. — Dieser Meinung schließen sich Frl. Lewin und Frl. Marcus an. und begründen damit ihre Wünsche, die Finarrzgebarung durch Beschlüsse zu regeln, die eine gerechte Verteilung der Abgaben herbeiitihren. Herr Kareski erwidert darauf, daß der Standpunkt, den der Ifftus einnehme, eine Disziplinlosigkeit sei. Es ginge nicht an, daß ein Verein, der noch über Geld verfüge, die Erfüllung seiner Veibandsteuerpflicht an Bedingungen knüpfe. Im gleichen Sinne äußern sich Herr Scholem und Herr Klopstock und betonen, daß die Leistungen an die Verbandskasse, auf die der Ifftus inweise,, eine selbstverständliche Pflichterfüllung und nichts besonderes seien.

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