Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 4 (Juli 1914)
- Date
- 1914-07-01
- Page
- Seite 134 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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134 No. 4 ist, nach seiner persönlichen Vorliebe für eine bestimmte Uebungsart sich die betreffende Riege auszusuchen. Die Verteilung war ziemlich gleichmäßig auf Diskus, Kugel, Gewichte, Ringen, Schleuderball und die verschiedenen Sprungarten, wo beim Stabhochsprung die schöne Höhe von 3 m erreicht wurde. Das kraftvolle Männerturnen wurde durch das leichte und bewegliche Frauenturnen abgelöst, das diesmal die schöne Zusammenstellung von Frei- und Ordnungsübungen vorführen sollte. In langen Stirnreihen hatten die Turnerinnen Handfassung aus zwei Gründen, erstens sollte dadurch die Richtung bei den Ordnungsübungen besser gewahrt werden, und zweitens konnten die Gleichgewichtsübungen durch diese Unterstützung sicherer ausgeführt werden. Der Leiter dieser Uebungen hatte nur die Aufgabe, die richtige Verbindung zwischen Abteilung und Musik herzustellen. Jetzt setzen gleichzeitig die verschiedenen sportlichen Konkurrenzen ein. Um eine zu lange Ausdehnung des Programmes zu vermeiden, durften die Teilnehmer nur für zwei Konkurrenzen ihre Meldungen abgeben; nur dadurch konnte sich der spoitliche Teil so schnell abwickeln, und das Interesse der Zuschauer stets wachgehalten werden. Besonders sind hervorzuheben der 1500 m Lauf, bei welchem der beste Läufer bis 100 m Vorgabe einholte. Der 100 m Lauf zeigte unseren besten Läufer in voller Form, denn 11 Sek. sind eine treffliche Leistung. Während unsere Jugendmannschaften den 200 m Lauf bestritten, wurden die Wurf- und Sprungkonkurrenzen ausgetragen. Auch der Fechtsport sollte in unserem Programm nicht fehlen. Das Fechten war eigentlich nur ein Versuch; denn es war von vornherein klar, daß die kleine Gruppe der Fechter auf dem großen Platze nur geringes Interesse hervorrufen würde. Gefochten wurde in allen Arten: schwerer Säbel mit steilen Reiterhieben, leichter Säbel auf Stich und Hieb, Florett und Stoßrapier. Die Leichtathletik wurde wieder durch ein schönes Massenbild abgelöst. Sämtliche Jugendabteilungen formierten sich zu den verschiedensten Spielen. Barlauf, Schlag* ball, Tauziehen, Gewehrsprung und Pyramidenbau gaben in ihrer gleichzeitigen Ausführung ein erfrischendes Bild jugendlicher Lebendigkeit. Noch einmal sollte das Turnen in seiner besten Form zur Geltung kommen. Eine Musterriege am Reck zeigte die schönste Kürübungen. Eine solche Riege muß sehr sorgfältig vorbereitet sein. Neben der Schwierigkeit muß auch die Leichtigkeit der Ausführung das Erstaunen des Kenners erregen, ein Versager darf in einer Musterriege überhaupt nicht Vorkommen, denn nur gar*2 sicher sitzende Uebungen dürfen gezeigt werden. Das korrekte An- und Abgehen vom Oerät, das stramme Verhalten in der Riege muß besonders auifallen. Und nun zu den Uebungen selbst: an Hand der folgenden Beispiele sollen die anderen Vereine selbst urteilen, was die Berliner am Reck Den Anfang machte eine Kippe rücklings kammgriffs aus dem Schwingen lm Hang rücklings mit anschließendem freien Felgumschwung vorw. rflcklin«*- 2. Uebung: Aus dem Riesenschwung vorwärts ihit Kammgriff stehen bleibe im Handstand, Umgreifen zum Ristgriff und abhocken. 3. Uebung: SchwurnE* stemme ristgriffs zum sofortigen Handstehen und abhocken. 4. Uebung: A dem Riesenschwung Drehschwungstemme, Unterschwung und beim schwung eine ganze Drehung um die Breitenachse zum Stand vorlm* 5. Uebung: Aus dem Kreuzaufzug Senken vorwärts in die Wage rückllng ’ durchhocken zur Wage vorlings. 6. Uebung: Kippe ellgriffs mit sofortig Umfassen kammgriffs zum Riesenschwung vorwärts, im Handstand eine hat Drehung zum Riesenschwung rückwärts ristgriffs, Drehschwungstemme z» Stütz und Grätsche ab. Einen guten Abschluß des Programms bildete 4 X 100 m Stafette, die von der Sportabteilung des veranstaltenden Veretn überlegen gegen die anderen jüdischen Vereine gewonnen wurde. Und n begann das Fußballspiel der Hamburger Mannschaft gegen die Berliner, mit dem schönen und überlegenen Siege der Hamburger von 8:2 endig*