Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 4 (Juli 1914)
- Date
- 1914-07-01
- Page
- Seite 133 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 4 133 faßt, den Rumpf so weit über den Holm zieht, bis sich der Abschwung: leicht ausführen läßt. f) Heraufziehen des Körpers zwischen zwei Sprossen. Aus dem Querstreckhang werden die Beine schwunghaft zwischen zwei Sprossen hindurch gesteckt und der Körper durch die Sprossen hiodurchgezogen. . Auf demselben Wege zum Streckhang zurück. Vorsicht und sichere Hilfe. Der Sprung mit Trampolin erfolgt am zweckmäßigsten in Frauenabteilungen über ein niedrig gestelltes Seitpferd. Aus dem Berliner Bar Kochba. Am 17. Mai eröffnete der Bar Kochba seinen neuen Sportplatz durch ein großzügig angelegtes Turn- und Sportfest, zu welchem er die jüdische und nichtjüdische Oeffentlichkeit geladen hatte. Der Bar Kochba war sich bewußt, daß er sich mit diesem Fest der öffentlichen Kritik aussetzte, und bereitete deshalb den technischen Teil in ganz besonderer Weise Vor> über die in diesem Teil unseres Verbandsorganes näher gesprochen werden soll. Es werden ja viele Berichte von Festen unserer Brudervereine veröffentlicht, doch haben diese Berichte in ihrer erzählenden und wiederkebenden Form nur den Wert einer Vereinsnachricht, während wir gerade bei unseren Festberichten den Schwerpunkt auf eine Wiedergabe richten müssen, die auf die einzelnen Vereinsleiter anregend und belehrend wirken Von diesem Gesichtspunkt aus sei das Fest des Bar Kochba betrachtet: ü*e Vorarbeiten, die ungefähr 'S Wochen vor dem Fest einsetzten, begannen ®it der Festlegung des Programmes, an welchem bis zum Fest, das will ich besonders hervorheben, keine Aenderung vorgenommen wurde. Erst sollten die Massenübungen den Zuschauern das große Material, über das der Verein verfügt, vorführen, und dann sollten sich leichtathletische Wettkämpfe btit den verschiedenen Arten des Turnens in verschiedener Weise abwechseln. Die allgemeinen Freiübungen der Männer- und Jugendabteilungen, vom Vereinsturnwart ausgearbeitet, wurden in einer Vorturnersitzung,, zu der aüe Leiter der einzelnen Abteilungen erschienen, durchgesprochen und erläutert, so daß jeder Zweifel gehoben war, und man die Oewißheit hatte, daß die Uebungen in allen Abteilungen vollkommen gleichmäßig eingefibt Würden. Die Uebungen selbst stellen in ihrer ersten Hälfte ausgesuchte Stellungen mit schräger Körperhaltung dar, während die zweite Hälfte jeder Uebung die Vorübungen für das Wagestehen besonders deutlich zeigen soll. Das reine Wagestehen ist nicht mehr in den Uebungen zum Ausdruck gekommen, weil bei Ausarbeitung von Freiübungen für ein groß angelegtes Fest neben der Zweckmäßigkeit der Uebungen auch noch die Schönin Massenausführung maßgebend sein muß. Die Uebungen wurden nach “usik im Takt geturnt, dessen erste Zeit stets durch ein Fahnenzeichen ankegeben wurde. Um die Gewißheit und Uebersicht zu haben, daß am Fest nur Turner teilnahmen, die die Uebungen vollkommen beherrschten, wurden a“f der letzten Probe Teilnehmerkarten persönlich ausgestellt, die es unsicheren Kandidaten unmöglich machten, sich am Festtage in die Reihen der Turner «nzustellen. Oleich nach den Freiübungen setzte das volkstümliche Riegenjurnen ein, das alles das zur Schau brachte, was uns in den Hallen zu be- J^ben leider versagt ist. Dieses Rlegsnturnen unterscheidet sich grundsätzlich von dem bekannten Geräte-Riegenturnen dadurch, daß die Turner nicht »*ch ihren Fähigkeiten etngeteilt sind, sondern es jedem Turner freigestellt