Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 4 (Juli 1914)
- Date
- 1914-07-01
- Page
- Seite 119 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- IRI
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No. 4 119 leichter flüssig zu machende Oelder auf der anderen Seite, genug Mittel aufbringen, um die Verwaltungsausgaben zu decken. Bleibt die Turnzeitung. Fünf Vereine geben regelmäßige, monatliche Mitteilungen mit Monatsprogramm, Vereinsnotizen, Annoncenteil heraus. Sobald' Qewähr dafür da ist, daß unsere Monatshefte pünktlich zur bestimmten Zeit erscheinen, acht Tage vorher dafür eingesandte Mitteilungen Aufnahme finden, werden die besonderen Blätter der Einzelvereine überflüssig, die Annoncen fallen unseren Monatsheften zu, diese sind finanziert. Erforderlich bleibt eine zuverlässige Schriftieitung, die durch gute Verbindungen befähigt ist, jederzeit eine genügende Zahl guter Beiträge zu erhalten (Redaktion ist auch Persönlichkeitssache). Der Inhalt der Turnzeitung soll wie bisher ebenso ein turnerischer, wie allgemein jüdischer sein, wie unsere Vereine Turn- und Erziehnngsvereine sind. Bekanntlich wollen wir die Verkörperung der jungjüdischen Idee sein. Das Anwachsen anderer national-jüdischer Jugendverbände und die Debatten des Leipziger Delegiertentages beweisen, daß wir es nicht zur Genüge waren. Wir brauchen gesellige Abende, Vorträge, Kurse. Dies Erziehungsprogramm auszuarbeiten, ist Sache des Kreisvorstandes, es durchzufübren, Aufgabe der Vereinsvorstände unter dauernder Beratung durch den Kreisvorstand. Durch Vielgestaltigkeit unseres Programms kommen wir den vielgestaltigen Neigungen der jüdischen Jugend entgegen; unser Ziel ist, die Heimstätte der national-jüdischen Jungmannschaft zu werden. So wird ein — wenn auch noch so kleiner — Clubraum Forderung. Aber heimisch muß er sein, daß heißt jüdisch. Später ersteht ein neues Ziel: Ein eigener Sportplatz; eine eigene Turnhalle, die zugleich zum Zentrum des jüdischen Lebens der Stadt wird. Vor allem eins: keine frei sich zusammenschließende Gemeinschaft kommt vorwärts, wenn nicht jeder (nicht nur der Vorstand) willens ist, auch die kleinste, einmal übernommene Verpflichtung zu erfüllen. Und nichts bindet uns mehr an eine Sache, als Arbeit, die wir für sie leisten. Wir sind eine Erziehungsorganisation. Die Jaden in der Athletik. Von Erich Friedraann -Wien. In der Besprechung des Themas, das ich jetzt behandeln soll, will ich den Stand der heutigen jüdischen Athletik erläutern und zeigen, was wir für die Zukunft erhoffen und wie wir zu Erfolgen kommen können. Ich will aber auch ganz kurz das Verhalten der Juden zum Körpersport in anderen, Zeitperioden skizzieren. Da ist es nun interessant zu wissen, daß die Juden im Altertum keineswegs nur die geistigen Wissenschaften Pflegten und etwa den Körper vernachlässigten. Die Geschichte weiß im Gegenteile zu berichten, daß sie ln dieser Beziehung den ersten Platz unter den Nationen der damaligen Zeit elnnahmen.. So wissen wir beispielsweise, daß unter König David bei den ole regel, den Wallfahrten der Juden an den drei hohen Feiertagen, Pessach, Schewuoth, Sukkoth, große Sport- und Kriegs, spiele abgehalten wurden, welche den Segen des Hoheprlesters empfangen durften.. Diese athletischen Spiele, welche sich noch in bedeutendem Maße an das Kriegerische anlehnten, dienten nachweisbar den Griechen als Muster