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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1914-07-01 · 4 (Juli 1914) · p. Seite 118

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
15 (1914)
Issue
4 (Juli 1914)
Date
1914-07-01
Page
Seite 118 (sequence 16)
Language
German
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118 No. 4 häufigeren: völlig unübersichtlich. Die Mitgliederzahl kaum ansteigend, wenn nicht rückschreitend, die sogenannte gesellschaftliche Stellung des Vereins mäßig. Das letzte macht uns den geringsten Kummer. Bei uns soll jedes Besserdünken schwinden. Wir sind stolz darauf, daß bei uns Leistung allein Rang verleiht. Warum aber sind unsere Leistungen so gering? Auf turnerischem Gebiete nicht minder, wie auf dem der Vereinstechnik und Propaganda? Unter drei Dingen leiden wir: Unter der geringen Vorbildung unserer Turner; unter dem Mangel an allen Einrichtungen, wie sie nur eine umfangreiche Organisation dem Einzelverein bieten kann. Schließlich unter den vielgestaltigen Interessen des jungen Juden, die ihm nicht wie dem deutschen Turner den Turnboden, den Sportplatz zur einzigen Ausfüllung seiner freien Zeit werden lassen. Geringe turnerische Vorbildung schadet uns wenig, wenn sie ein guter Wille und ein mustergültiger Vereinsbetrieb ausgleicht. Um uns diesen zu schaffen, bedürfen wir einer Neuordnung an Haupt und Gliedern. An Kreisleitung und Einzelverein. Was den deutschen Turnern der Zweck — Zusammenschluß in Gaue und Kreise gibt, muß die Jüdische Turnerschaft durch Herstellung einer möglichst engen Zusammenarbeit ihrer Vereine zu erreichen suchen. Die gemeinsamen Uebungen in Berlin und Wien waren der erste Schritt auf diesem Wege. Die Entsendung eines Vertrauensmannes in sämtliche Vereine in diesem Jahre wird der zweite sein. Sollte sich dieser Versuch bewähren, so wird man alles daran zu setzen haben, um einen turnerisch geschulten Sekretär für die turnerische und organisatorische Arbeit des deutschen Kreises zu gewinnen Regelmäßig auszugebende Uebungsreihen (durch eine allmonatlich pünktlich erscheinende Turnzeitung — davon später ein Wort), deren Ausführung möglichst oft durch den Vertrauensmann oder Sekretär der Leitung zu prüfen und zu werten ist; Wettkämpfe, deren Ort wechselt, deren Programm ein möglichst gleiches bleibt (der turnerische oder sportliche Betrieb soll möglichst gleichartig sein: Vertiefung statt Mannigfaltigkeit und Wechsel); gut vorbereitete Feste, gemeinsame Turnfahrten benachbarter Vereine und gegenseitige Besuche: Das sind die Aufgaben für die Kreisleitung- Diese muß aus turnerisch und organisatorisch geschulten Kräften zusammengesetzt, möglichst selten einem Wechsel unterworfen sein. Die Vereine müssen die Ueberzeugung haben, mit ihnen bekannten Persönlichkeiten, nicht mit einem Bureau zu korrespondieren. Rechtsanwalt Greifenhagen schlägt vor, dem Vorbilde der Deutschen Turnerschaft entsprechend, das Moment der Persönlichkeit für die Besetzung der einzelnen Posten in den Vordergrund zu schieben, darüber auf einen sämtlichen Mitgliedern des Vorstandes gemeinsamen Wohnort zu verzichten. Der Vorschlag ist annehmbar, da die Arbeitsgebiete gut abgrenzbar sind. Nur muß sich ermöglichen lassen, daß Vorsitz und Schriftleitung sich an einem Orte befinden. Was gemeinsam beraten werden muß, ist schriftlich und durch zwei, höchstens drei Zusammenkünfte im Jahre zu erledigen. Ueber die Finanzfrage braucht nichts gesagt zu werden. Sie ist gelöst, sobald wir wirkliche Arbeit leisten. Die wachsende Mitgliederzahl wird durch die steigenden Beiträge auf der' einen, durch angesichts des Erfolges

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