Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 3 (Mai/Juni 1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 90 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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90 No. 3 Bücherschau. Die Sagen der Juden. Gesammelt und bearbeitet von Micha Josei bin Gorlon. Band 1. Von der Urzeit. Frankfurt a. M., 1913, Rtitten und Loening Das Buch hat zwei Fehler. Was über die Urzeit in der Thora steht, wird hier in den Midrasch so hineingewebt, daß es gleichfalls als Legende und nicht als Gottes Wort erscheint. Solche Verwischung ist, selbst wenn man nicht an die Göttlichkeit der Thora glaubt, für die Zwecke des vorliegenden Werkes ganz unnötig und muß unnötiges Aergernis erregen. Wenn ierner der erste Band im wesentlichen die Urzeit behandelt, so wird das ganze Werk schließlich eine Bibliothek für sich werden und wohl nur von Bibliotheken angeschafft werden können. Das wäre nicht zu wünschen. Im Gegenteil! Wenn der Bearbeiter sich auch in der Beschränkung als Meister erweisen wird, so dürfte sein Werk — das beweist der vorliegende erste Band — eine fühlbare Lücke ausfüllen. Die Sagen der Juden sind auch früher schon für deutsche Leser bearbeitet worden; selten aber, vielleicht noch niemals, mit nachschaffender dichterischer Kraft, kongenialer Erfassung ihres tiefsten Oehaltes und in modern-literarischem Gewände 'wie in dieser neuesten Darbietung; Wir sehen der Fortsetzung mit großer Erwartung entgegen. X. S. Müller, Jüdische Geschichte von der Zerstörung des ersten Tempels bis zur Gegenwart in Charakterbildern dargestellt. Große Ausgabe. Stuttgart, 1913, I. B. Metzler. Geb. M. 3,20. Unsere Leser seien auf dieses Buch besonders aufmerksam gemacht. Fast alle Lehrbücher der jüdischen Geschichte und Literatur haben irgendeinen schwerwiegenden Fehler. Entweder sind sie zu knapp (Sondheimer) oder zu reich (Cassel; Kayserling-Doctor), zu literargeschlchtlich (Levin* oder endlich zu parteilich (Löwenstein). Alle diese Fehler sind hier mit jenem pädagogischen Oeschick, den der Verfasser in allen seinen Schul' büchern bewiesen hat, glücklich vermieden. Sein Buch ist zweifellos bei seinem Umfang (410 Seiten) und für den Zweck, den es im Auge hat, das beste, das wir jetzt besitzen. Im speziellen unterscheidet es sich von ähnlichen Büchern dadurch, daß es die führenden Persönlichkeiten des Judentums in den Vordergrund der Darbietung stellt und um sie herum die geschichtlichen und literarischen Ereignisse gruppiert Der Zionismus ist gm orientierend und mit anerkennenswerter Sachlichkeit behandelt. X- Turnliteratur. Schulturnhallen, VeratashXuser und Barackenbauten von Karl Steltz, Amts* baumeister. Mit 40 Abbildungen. Verlag von Otto Baumgftrtet, Berlin- Preis geb. 2,50 M. a. Das Buch gibt in zahlreichen Abbildungen ein vorzügliches Matena für Turnhallen. Auch für Vereinsturnhallen, die gleichzeitig als Festräume dienen können, sind in dem Buche empfehlenswerte Lösungen gegeben* Der Jüdische Turnverein Makkabi, Graz 1904-1914* Es war im Herbst des Jahres 1904, als der Ausschuß des Vereins «ZI®® seinen Entschluß faßte, eine Turnsektion zu schaffen; wenige Monate spä* entstand aus ihr der „Jüdische Turnverein". Wir hielten am 11. März 1* die gründende Versammlung ab.