Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 3 (Mai/Juni 1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 79 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Artikel, die diesem wichtig erscheinen, bringen. Alle nicht von der Kreisleitung gebrauchten Gelder würden dann für die große Aufgabe der Turnerschait freiwerden. \ Obige Ausführungen sind zum Teil stark theoretisch, es fehlen mir die Praktischen Grundlagen, mir, wie wohl auch fast allen Mitgliedern der Turnerschaft. Und aus diesem Grunde möchte ich, daß rechtzeitig, gleichzeitig mit der Einberufung des Turntages, seitens des Ausschusses eine genaue Aufstellung der Finanzlage gegeben wird und auch, wie es eigentlich selbstverständlich ist, eine Budget für die nächsten zwei Jahre aufgestellt wird. Dann werden die einzelnen Vereine bezw. ihre Leiter endlich wissen, was von ihnen für die Turnbewegung zu geschehen hat, und eine Kritik kann beizeiten ersetzen. Ich möchte zum Schluß noch einmal betonen, haß für mich gar kein Zweifel darüber besteht, daß jederVerein wirtschaftlch kräftig ist, wenn er nur im Interesse unserer Sache energisch will. — Oie Einführung der hebräischen Kommahdosprache in den national-jüdischen Turnvereinen. Von E. E n o c h - Hamburg. Seit dem Schauturnen vor dem 11. Zionisten-Kongreß, auf welchem wir mit Turnbrüdern aus manchem Lande und mancher Zunge zusammentrafen und wo schon einzelne Vereine nach hebräischem Kommando turnten, haben sich viele in unseren Reihen die Frage gestellt: Wollen wir nicht in alle Turnvereine jüdisch-nationaler Tendenz das Hebräische als Kommandosprache einführen? Die Antworten sind verschieden ausgefallen. Im Deutschen Reiche hat man sie bisher verneint, jedenfalls in der Praxis, im Westösterreichischen Kreise scheint man sie bejahen zu wollen, denn der Prager J. T. V. und andere Vereine Oesterreichs sind jetzt endgültig zur hebräischen Kommandosprache iibergegangen, und unser Orientalisch- Palästinensischer Kreis und Galizien haben schori früher mit einem energischen „Ja" geantwortet. Dort ist Hebräisch allein die Sprache des jüdischen Turners, wenn er seinen Körper auf dem Turnboden oder ln freier Natur stählt. s° hat ein jeder nach seiner Auffassung und unter Anpassung an lokale Verhältnisse, oft aber auch an irgendeine Zufälligkeit, wie das Vorhandensein eines hebräisch sprechenden Turnwartes usw., eine der Hauptfragen der Jüdischen Turnbewegung beantwortet. Und doch, glaube ich, sollten nicht derartige Zufälligkeiten entscheidend sein, sondern die klare Erkenntnis dessen, was für unsere Idee und unsere Bewegung richtig und daher notwendig ist. Eine Diskussion in der Oeffentlichkeit, d. h. in unseren Monatsheften, wäre daher zur Klärung der Meinungen meines Erachtens dringend erwünscht, umso mehr, als wir uns wohl auf unserem nächsten Turntage euch mit dieser Frage zu beschäftigen haben werden. Fassen wir also einmal die Verhältnisse Westeuropas, also die unseres deutschen und westösterreichischen Kreises ins Auge, denn um diese handelt es sich ja in der Hauptsache und nehmen wir einmal an, wir wollten bei irgendeinem Verein, etwa dem B. K. Berlin oder bei den Wiener Turnvereinen viel- •eicht in Gemäßheit eines Vorstandsbeschlnsses das Hebräische einführen. Wir