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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1914-05-01 · 3 (Mai/Juni 1914) · p. Seite 78

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
15 (1914)
Issue
3 (Mai/Juni 1914)
Date
1914-05-01
Page
Seite 78 (sequence 8)
Language
German
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78 No. 3 mand auf den Gedanken gekommen, die Turnerschaft als zionistisch hinzustellen. Wir haben unsere Interessen zu vertreten, und die sind gegeben, unbekümmert um falsche Anschauung von der einen oder anderen Seite. Ganz besondere Beachtung habe ich der Abhandlung von Benno Deutsch über die finanzielle Grundlage der Jüdischen Turnerschaft gewidmet. Auch ich bin mir darüber nicht im Zweifel, daß die finanzielle Grundlage durchaus verfehlt ist, und daß es dieser verfehlten finanziellen Grundlage zuzuschreiben ist, daß viele der Aufgaben der Turnerschaft ungelöst bleiben hezw. schlecht gelöst werden. Eine solide finanzielle Grundlage ist die Hauptbedingung für erfolgreiche Arbeit jedes Vereines und jeder Vereinigung, ob aber die vom Westösterreichischen Kreis vorgeschlagenen Abänderungen Erfolg haben werden, erscheint mir doch recht zweifelhaft. Ich habe Bleistift und Papier zur Hand genommen und1 habe ausgerechnet, daß nach den Leitsätzen des Westösterreichischen Kreistages der Hamburger Verein weniger als die Hälfte seines jetzigen Beitrages zahlen würde. Man hat in Oesterreich scheinbar vollkommen übersehen, daß die Turnerschaft, um gedeihlich arbeiten zu können, eine bestimmte Menge Geld braucht, das eben von den einzelnen Vereinen aufgebracht werden muß. Wie es aufgebracht wird, ob durch Kopfsteuer oder durch Umlage, erscheint gleichgültig. Die Hauptsache ist, daß es aufgebracht wird, und es dürfte im allgemeinen doch auf die Kopfsteuer hinauskommen, da die Vereine ihren Beitrag ja von den einzelnen Mitgliedern einziehen. Die- Kopfsteuer hat auch insofern Berechtigung, als seitens der Turnerschaft durch Herausgabe der Turnzeitung eine persönliche Gegenleistung erfolgt. Nun ist es falsch, immer wieder aut den „wirtschaftlich kräftigen“ Deutschen Kreis hinzuweisen. Ich kann in dieser Beziehung nur von Hamburg sprechen. Wir sind allerdings wirtschaftlich kräftig, aber nur deshalb, weil unsere Mitglieder durchaus willens sind, ihrer Pflicht gegenüber der Turnerschaft nachzukommen. Wir haben im Laufe von drei Jahren unsere Beitrüge um jedes Mal M. 2,— erhöht; das erste Mal zu dem ausgesprochenen Zweck, unsere Verpflichtung der Turnerschaft gegenüber zu erfüllen, und bei der zweiten Beitragserhöhung ist auch keiner auf den Gedanken gekommen, daß wir für unsere notwendigen Aufgaben Ersparnisse bei der Turnerschaft machen könnten. Alsonurunser Wille hält uns w i r t s ch a f 11 i c h kräftig. Um über die Kritik hinaus auch einige praktische Vorschläge &u machen, erscheint es mir wünschenswert, daß die finanzielle Grundlage der Turnerschaft aufgebaut wird auf die Finanzkraft der einzelnen Kreise und nicht umgekehrt, wie es letzt der Fall ist. Die Kreisleitungen sind besser in der Lage, die einzelnen Aufgaben zu übersehen, als es die Ausschußleitung kann. Außerdem ist der Verkehr der einzelnen Vereine mit der Kreisleitung ein viel logischerer als der mit dem Ausschuß, der unnütz Kräfte zersplittert. Soweit ich es übersehen kann, Ist die Hauptaufgabe die Herausgabe der Turnzeitung, an der ich vieles geändert wissen möchte. Das unregelmäßige Erscheinen — um nur das unerfreulichste Moment hervorzuheben — hat in Deutschland schon drei Vereine veranlaßt, eigene MH' teilungen herauszugeben. Es ist zu befürchten, daß dadurch der Wert der Turnzeitung noch mehr herabgesetzt wird. Ich würde vorschlagen, daß de einzelnen Kreise eine eigene Turnzeitung herausgeben mit geringerem Umfang, und daß diese Turnzeitungen auch Mitteilungen des Ausschusses un

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