Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 3 (Mai/Juni 1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 76 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/6492379-5965026-5965367--403-4922583- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
76 No. 3 — jetzt erstmals getan und der erweiterte Ausschuß wird es zu genehmigen haben. 0 0 * Wie wird nun bisher die Jüdische Turnerschaft - finanziert? Das Prinzip ist die Kopfsteuer. Deren Höhe wurde ursprünglich bemessen nach dem Abonnementspreis der „Monatshefte“, d'a diese die Hauptsumme der Ausgaben der Jüdischen Turnerschaft darstellen. — M. 2,70 pro Nummer und Jahr sollten — bei einer Auflage von etwa 4000 Exemplaren — die Kosten der Herstellung und der Expedition decken und dabei noch einen Ueberschuß für die anderweitigen Aufgaben lassen. So wurden M. 2,70 pro Jahr als Kopfsteuer festgesetzt. Die einzelnen Turnvereine haben diesen Betrag direkt nach Berlin an die Kasse der Jüdischen Turnerschaft abzuliefern. Von diesen Beträgen erhalten nun die Kreise gewisse Anteile von der Turnerschaft vergütet, so daß ihr finanzielles Wohlergehen mit dem der Turnerschaft zusammenfällt. Dieses Prinzip der Kopfsteuer, die direkt von den Vereinen an die Turnerschaft abgeführt wird, hat sich in verschiedenster Richtung als nichtzweckmäßig erwiesen. Zunächst ist die Möglichkeit sehr gering, daß der Kassierer der Turnerschaft jeden kleinen Verein einer entfernten Landesorganisation mit Erfolg kontrolliert. So ist es sehr bald dazu gekommen, daß die Beiträge an vielen Stellen nur zum kleinen Teil eingegangen sinci, daß eine unrichtige Statistik über die Mitgliederzahl der Einzelvereine zugrunde gelegt wurde osw. usw. -- So wurde das Schema: Jeder soll die Turnzeltung abonnieren und für jeden Abonnenten ist pro Jahr ein bestimmter, häufig durch Vereinbarung mit weniger als M. 2,70 festgesetzter Betrag, abzuführen, rasch durchbrochen. Viele Vereine, speziell im Osten, haben eine große Zahl von Turnzeitungen regelmäßig bezogen, ihre Beitragsleistungen aber sehr unregelmäßig und nur zum geringen Teil geleistet. Andere haben bei einer großen Zahl von Mitgliedern nur ganz wenige Turnzeitungen bezogen und haben damit ihre geringen Beitragsleistungen zu motivieren Besucht. — Mit diesem unregelmäßigen und unvollständigen Eingehen der Beiträge ist neben der Finanzlage der Turnerschaft auch die der Kreise gefährdet. Da diese sich ihren Aufgaben im Lande widmen müssen, wenden sie sich mit immer weiteren Ansprüchen an die Turnerschaft, fordern von dieser die Regulierung ihres Budgets durch ihren zugesagten Anteil an den Landesbeiträgen, deren tatsächliche Höhe in keinem Verhältnis steht zu der berechneten, — der ganzen Finanzgrundlage, auf der wir bauen. So gibt es Schwierigkeiten zwischen Turnerschaft und Kreisen. Hier muß geändert werden. Die Kreise dürfen nicht — auch nicht scheinbar — in ihrer Betätigung durch die Turnerschaft gehindert sein. Sf* sind geschaffen als Landcszentrale der einzelnen Turnvereine, sie stehen als solche mit ihren Vereinen ln engerem, persönlichem Zusammenhang, als das bei der Turnerschaft möglich ist. Sie allein und nicht die einzelnen Turnvereine können mit der Turnerschaft in der Verwaltung arbeiten. Das heiß* also, die Kreise müssen ihre finanzielle Grundlage direkt In den Vereinen und nicht auf dem Umweg über die Turnerschaft finden. Andererseits müssen die Kreise als Veitreter der Turnvereine die finanzielle Existenz der Turnerschaft gewährleisten, d. h. sie müssen zusammen das von ihren