Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 3 (Mai/Juni 1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 75 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No 3 75 Die Finanzierung der Jüdischen Turnerschaft. (Nach den Beratungen im Ausschuß der Jüdischen Turnerschaft.) Die Finanzen der Jüdischen Turnerschaft sind seit längerem nicht die besten, das Budget balanziert nur mit Hilfe außerordentlicher Maßnahmen. Eine rasche Aenderung ist hier von doppelter Notwendigkeit. Durch die Ordnung der finanziellen Verhältnisse muß nicht nur materiell der Fortbestand der Tätigkeit der Jüdischen Turnerschaft — vor allem das Erscheinen der Monatshefte gesichert werden. Es muß dadurch auch der Stimmung begegnet werden, die immer mehr und mehr Platz greift, daß die Turnbewegung durch die Turnerschaft finanziell zu stark belastet wird und damit ihren eigentlichen Zwecken zu viele Mittel entzogen werden. Wir brauchen die Organisation der Bewegung in Form der Turnerschaft heute mehr als je. Denn mit dem Anwachsen der Zahl der jüdischen Turner wird die Möglichkeit, daß sie durch ihre Organisation zu einem nationalen Machtfaktor werden, größer und größer. Da müssen wir den richtigen Weg finden, um über die kleinen materiellen Hindernisse hinwegzukommen. * * Wir betrachten zunächst in kurzer Uebersicht die notwendigen Leistungen der Jüdischen Turnerschaft, um ihre Budgetierung darauf zu gründen. — Die sichtbarste Leistung ist die Herausgabe der „Monatshefte“. Diese vermitteln als stärkstes, ständig erneuertes Band den Zusammenhang der turnerischen und sportlichen Interessen der einzelnen Vereine und Länderkruppen (Kreise). Sie sind weiter die gemeinsame Tribüne für alle Aeußerungen des nationalen Zusammenhalts, der zwischen den jüdischen Turnern herrscht und herrschen will. Sie sind die notwendigste Qrundlage und der Rückhalt in der Organisierung unserer Bewgung, die allein uns dauernden Fortbestand sichert auch in kritischen Zeiten. — Die „Monatshefte" müssen von allen jüdischen Turnvereinen gehalten und gelesen werden. In den üeutschsprechenden Ländern müßte ein jedes Mitglied eines jeden Turnvereins unsere „Monatshefte" halten. Denn Turnen und Sport allein sind nicht unser Endziel, sie sollen heute die körperliche und disziplinäre Grundlage legen, auf der wir an unsere große nationale Aufgabe gestählt herantreten können. Diese Zeitschrift ist so mit Recht, als der wesentlichste, auch üer kostspieligste Punkt in unserem Budget. Daneben muß die Turnerschaft durch ständigen Konnex mit den bestehenden Vereinen resp. Kreisen ein wachsames Auge haben auf die Entwicklung der Turnbewegung. Das erfordert ein Bureau mit mindestens einem ständigen Korrespondenten. Wir brauchen eine systematische Propaganda durch Konferenzen, Vorträge, Broschüren usw., — auch hierfür setzen wir einen erheblichen Budgetposten. Schließlich sind außerordentliche Veranstaltungen gerade auf unserem Gebiet von?elt zu Zeit notwendig, die Turnerschaft braucht Mittel für die Unterstützung von Schauturnen, Turntagen usw. Für diese Leistungen muß ein jährliches Budget aufgestellt Werden. Der Ausschuß hat das — an Hand der bisherigen Erfahrungen