Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 3 (Mai/Juni 1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 74 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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74 No. 3 nige Einberufung von Vorturnersitzungen und Sportabteilungsversammlungen geboten. Den Vereinsturnwarten wird aufgegeben, die Wünsche und Anregungen ihrer Vereine durch die Kreisvorstände alsbald an den Ausschuß der Jüdischen Turnerschaft zu leiten. Insbesondere sind Beiträge und technische Besprechungen zum Programm erwünscht; wir erwarten für die nächsten Nummern der „Monatshefte“ die tätige Mitwirkung der turnerischen und sportlichen Kräfte. Vier Tage sind für das Sechste Jüdische Turnfest in Aussicht genommen. Die Beratungen und gesellschaftlichen Veranstaltungen werden zweckmäßig verteilt werden. In der Frühe des ersten Tages wird das Gerätewetturnen, das auch eine Pflichtfreiübung enthält, beginnen. Daran werden sich sportliche Ausscheidungen und Vorläufe schließen. Der Nachmittag des ersten Tages wird den Höhepunkt des Festes bilden; er soll eine Massendemonstration der Jüdischen Turnerschaft sein. Ein Festzug durch die Straßen der Feststadt ist geplant, der in den „Allgemeinen Freiübung e n“ ausklingt. Musterriegen-, Frauenturnen und Spiele sollen im Rahmen dieser gewaltig gedachten Schauvorführung liegen. Der Morgen des zweiten Tages wird die Schwimmer und Fechter bei der Arbeit sehen. Danach schicken die Kreise ihre Riegen zum volkstümlichen Turnen auf den Plan. Der Nachmittag aber wird dem eigentlichen jüdischen Olympia gelten, zunächst den Einzelkonkurrenzen, während die Mannschaftskämpfe den letzten Tagen Vorbehalten bleiben. So wird am nächsten Vormittag ein Vereinsfünfkampf nach turnerischen Grundsätzen um den Wanderpreis des Zionistischen Aktions-Komites ausgetragen, den der Vivo Es Athletikai- Club Budapest zu verteidigen hat. Der Nachmittag wird Fußball- und Hockeyspieler auf dem Rasen sehen. Hier lassen sich auch Sondervorführungen und Vorturnerlektionen einschalten. Schließlich wird am vierten und letzten Festtag der Kampf um die „Jüdische Meisterschaft“ nach sportlichen Gesetzen beginnen, über dessen Gedanke und dessen Bedingungen in der nächsten Nummer manches zu sagen sein wird. Der Nachmittag soll unseren so schnell gewachsenen Wandervereinen gewidmet sein. Wir werden das Lagerleben unserer „Schomrim“ kennen lernen und uns von dort aus auf fröhliche Turnfahrt begeben. Turnbrüder! Die Arbeit für den Sechsten Jüdischen Turntag muß beginnen! Berlin, den 1. Juni 1914. Der Ausschuß der Jüdischen Turnerschaft.