Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 2 (März/April 1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 69 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/6492379-5965026-5965365--393-4922574- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
No. 2 69 >st es natürlich, zum Torwächter zurückzuspielen, aber es gibt Fälle, wo auch dieses Verfahren als das kleinere Uebel zu betrachten ist. Unzählige Male schon ist ein Tor dadurch verloren gegangen, daß die beiden Verteidiger sich gegenseitig nicht verstanden. Deshalb sollte man gerade auf diesem Posten nach Möglichkeit Experimente in der Aufstellung der Spieler vermeiden und darauf bedacht sein, stets ein wirklich eingespieltes Verteidiger- Paar in der Mannschaft zu haben. Ganz allgemein ist eine Abrede darüber zwischen den beiden ratsam, wer im Falle der Gefahr gegen den anrückenden Sturm Vorgehen soll und wer zum Schutze des Tores zurückzugehen hat. Ein intelligenter Spieler wird dann sehr schnell erkennen, wo die Spiellage ein Abweichen von der festgesetzten Regel erfordert. Ein grober Fehler, der schon mehr Unheil angerichtet hat, als man ohne weiteres ernennen kann, ist der, daß der Verteidiger dem Torwächter im entscheidenden Moment den Ausblick aufs Spielfeld verstellt und ihn so hindert, sich auf den nahenden Angriff vorzubereiten. Ueberhaupt soll der Verteidiger es vermeiden, sich in allzu großer Nähe des Tores aufzuhalten. Eine Verteidigermaßnahme sei noch erwähnt, aber nicht empfohlen, weil sie dem sportlichen Charakter des Spieles nicht voll gerecht wird. Englische Berufsspieler entwickeln oftmals eine erstaunliche Routine darin, sich Im entscheidenden Moment so zu stellen, daß der feindliche Stürmer im Moment des Schusses „abseits“ ist. Abgesehen davon, daß es nicht schön ist. den Gegner durch besondere Maßnahmen zu einem Verstoß gegen die Regeln zu veranlassen, dürften unsere Spieler, die ja nur in ihren Mußestunden um des Spieles willen Fußball treiben, sich nur sehr schwer einige Sicherheit m der Anwendung dieses Manövers aneignen können. Dann aber dürfte auch mancher Schiedsrichter Mittel und Wege finden, solch einem Spieler das Handwerk zu legen. -m. Zum ersten Pechtturnier des Bar Kochba-Berlin. Am Sonntag, den 26. April 1914, tritt die Fechterschaft des Jüdischen “'»Vereins Bar Kochba zum erstenmal mit einem Turnier von die Oeffentohi 11* Gegen Schaufechten und interne Turniere sind oftmals vom Laiende iuUni heftige Bedenken ausgesprochen worden. Und doch werden wir n Mut haben, gerade weil wir in uns die erforderlichen Kräfte fühlen, vor n eueres Publikum zu treten, um ihnen mit deutschem Stoßrapier, Duellfeh Ken’ lelchtem Säbel und schwerer Kavalleriewaffe eine Anzahl Gesrf « vorzullihren, die beweisen werden, daß die jüdische Jugend, der man . Mutlosigkeit und Wehrunfähigkeit vorgeworfen hat, all diesen Vork rii» 2um ^'otz elne mutige und wehrfähige Jugend ist. Auch aus Fachzw » hat man v*e'fach den Wert sogenannter „Interner Turniere“ angen e,feH- Aber man ist schließlich doch gerade bei den Vertretern der a .e'en Richtung anderen Sinnes geworden. Man hat wieder die in bezug das f ^ec'lten berühmt gewordenen Waltariworte als Beweismaterial für ho* Fechten gegen Kombattanten, mit denen man mehrfach bereits geübt natangeführt: „Von allen diesen Kämpfen fürcht’ ich den Hagen allein, der weiß viel böse Listen und kennt mein’ Brauch des Streits.“