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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1914-03-01 · 2 (März/April 1914) · p. Seite 70

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
15 (1914)
Issue
2 (März/April 1914)
Date
1914-03-01
Page
Seite 70 (sequence 34)
Language
German
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70 No. 2 Man ist also heute wieder der Ansicht, die auch die Fechtinstruktion der K. u. K. Oesterreichischen Armee vertritt, daß es bedeutend schwieriger ist, einen Gegner, der mit den Gepflogenheiten und der Fechtweise des Kombattanten Bescheid weiß, zu besiegen, als einen Gegner, der die einzelnen Schwächen, trotzdem er ein geübter Fechter ist, erst langsam erforschen muß. Aber unser Turnier wird uns nicht nur in internen Konkurrenzen zeigen, sondern unsere Ausschreibungen sollen jedem offen stehen, der auf dem Turnier anwesend ist und dessen Herausforderung unseren Turnierbestimmungen entspricht. Und nun wollen wir nur noch den Wunsch äußern, daß diese Veranstaltung in der Tat dazu dienen möge, auch unseren bisher verstocktesten Gegnern zu beweisen, daß wir, trotzdem Jahrhunderte der Knechtschaft hinter uns liegen, aus dieser Zeit als Söhne des Mutes hervorgegangen sind. Denn wohl nicht oft wird auf irgend einem Fechtturnier ein Waffengang auf Kavalleriesäbel vorgeführt werden, den beide Fechter ohne Brust- und Kopfbandagen ausfechten werden. Auf zum Turnier! K. VII. Hallensportfest in Berlin. (Verband Berliner Athletik-Vereine.) Das 1. Berliner Hallensportfest bedeutete für den volkstümlichen Sport in Deutschland recht eigentlich den Anfang jener Entwicklung, die ihn aus kleinen, eifersüchtig gewahrten Sonderinteressen zur großen schöpfe* rischen Einheit und aus dem verborgenen Dasein auf entlegenen Vorstadtgetänden unter die Augen eines großen Publikums geführt hat, dessen Gunst er zur Erreichung seiner hohen Ziele nicht entbehren kann. Für die Sportsleute selbst aber sind die Tage des Hallensportfestes stets ein Anlaß, sich des Erreichten zu freuen und sich in der Ounst des beifallfreudigen Publikums zu sonnen. Eine Aufmunterung, die man Ihnen bei der stillen und anspruchslosen Art ihres sonstigen Wirkens einmal im Jahre wohl gönnen darf. Trotz all der glanzvollen Stadionfeste, die uns in diesem Sommer geboten wurden, war die Wirkung des VII. Hallensportfestes auch bei denejb die sie alle seit 1908 mit angesehen haben, eine unvermindert starke. ™c Beziehung zwischen der sportfreudigen Jugend, die sich dort unten in der Mitte der langgestreckten Halle tummelt und dem Publikum an den Rändern ist enger, als sie auf dem ausgedehnten Sportplatz im Freien jemals *•“* kann; Alter und Jugend bilden eine Einheit, die nachdenkliche Besucher an die Verhältnisse, wie sie uns aus dem alten Hellas überliefert sind, erinnern mochten. Sportlich gab es ln den leichtathletischen Konkurrenzen sehr Schöne Kämpfe und — auch einige Enttäuschungen. Stürmischen Beifall weckten wiederum die Laufvorführungen der Jugendabteilungen. Die Vertretung des deutschen Turnens hatte sich der Gau Charlottenburg angelegen sein lassen. Er stellte eine vorzügliche Musterriege afflB®®” ließ die Freiübungen des Leipziger Turnfestes von seiner Jugend vor, L,” und brachte das Frauenturnen durch StabObungen und Stafettenlauf » Darstellung. Waren die Turnvereine schon bei den sportlichen KäfflP* recht erfolgreich, so zeigte der Erfolg der besonderen turnerischen rtr grammnummern, daß es immer besser ist, dort mitzutun, wo man was zeigen hat, als schmollend beiseite zu stehen, wie es eine Richtung “Jj* halb der Turnerschaft noch Immer oft für richtig hält. Die Turner« Wi lottenburgs wird aus diesem Fest gewiß nicht weniger profitiert haben, der Sport.

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