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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1914-03-01 · 2 (März/April 1914) · p. Seite 63

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
15 (1914)
Issue
2 (März/April 1914)
Date
1914-03-01
Page
Seite 63 (sequence 27)
Language
German
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No. 2 63 seitwärts angewinkelt und erst beim Niedersprung vorgestreckt wurde Durch dieses Manöver glaubte man das Gleichgewicht des Körpers zu regeln und dem Sprunge die notwendige Sicherheit zu geben. Außerdem wollte man dabei wohl auch dem etwas schmerzhaften Streifen der Hürde mit dem Knie aus dem Wege gehen. Von allen anderen Gründen abgesehen, die gegen diese lange Jahre hindurcli ausschließlich geübte Technik sprechen, ist es ohne weiteres klar, daß dabei die Sprunghöhe zum mindesten um die Höhe des Unterschenkels vergrößert werden muß, und das widerspricht ja der Forderung, die wir unter 3 aufgestellt haben. Wir bringen als Abbildung t eine Darstellung des englischen Gleitstils, die zeigt, daß er in ästhetischer Hinsicht dem der kraftvolleren amerikanischen Technik überlegen ist. Die Vorherrschaft des Gleitstils war gebrochen, als bei den Pariser olympischen Spielen im Jahre 1900 der Deutschamerikaner Kraenzlein mit der einfachen Schreittechnik den Hürdenlauf mit 15% Sekunden gewann, was damals als Weltrekord galt. In den Vereinigten Staaten folgte man zuerst seinem Beispiel, und allmählich entschlossen sich auch die europäischen Sportsleute, umzulernen. Das Beste an dieser Technik ist, daß bei ihr nur wenig zu erklären sibt, da sie eigentlich die naturgegebene ist. Mit dem letzten Schritt wird man etwa S1/^ Meter vor der Hürde gelandet sein, dann schwingt man das Sprungbein kräftig und möglichst gestreckt vor und verlegt gleichzeitig das Körpergewicht nach vorn. Die seitwärts gestreckten Arme sorgen dafür, daß der Körper gut ausbalanciert wird. Das ist vor allem beim Nachziehen des anderen Beines, das ein wenig seitwärts gebogen wird, vonnöten. Hierbei ist ein Einknicken in der Hüfte, das jedoch nicht übertrieben werden darf, unvermeidlich. Der Niedersprung, der nun folgt, birgt eine der häufigsten Fehlerquellen. Es ist nämlich unbedingt nötig, nahe an der Hürde niederzukommen. Das Bein muß, sobald es die Latte passiert hat, förmlich niedergehauen werden, um das zu erreichen. Nur so ist es möglich, das andere Bein sofort zu mnem energischen Schritte vorzuziehen. Andernfalls verliert der Körper unfehlbar das Gleichgewicht und man „kommt aus dem Tritt“. Damit aber st ein Rennen bei scharfer Konkurrenz verloren. Der Raum zwischen zwei Hürden (9 Meter) Ist mit drei Schritten zu durchmessen. Da auf den Sprung etwa 3V2 Meter zu rechnen sind, so bleiben {(ir jeden Schritt knappe 2 Meter, eine Entfernung, die leicht zu bewältigen ist. Dennoch erfordert die Erlernung gerade dieses „Dreischrittes“ ausgiebiges Training. Den Anlauf zur ersten Hürde muß man, genau wie beim Weltsprung, so lange ausprobieren, bis man jedesmal das richtige Absprungbein trifft. Das Training beginne man zunächst in der Weise, daß man vom Start WeK eine Hürde nimmt und später schrittweise zu 2 bis 10 Hürden über- Seht. Später aber scheue man sich nicht, möglichst oft die volle Strecke mit in- und Auslauf zu üben und verabsäume dabei vor allem das reguläre »Printertraining nicht. Im Winter vor allem werden Gelenkigkeitsübungen. e die Schenkel- und Hüftgelenke lockern, gute Dienste tun.

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