Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 2 (März/April 1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 48 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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48 No. 2 Echo gefunden. Das hebräische Palästina, unterstützt von der Zionistische» Organisation, setzte sich in wahrhaft staunenswerter Entschlossenheit gegen die Versuche, die hebräische Sprache in den palästinensischen Schulen zurückzudrängen, zur Wehr und hat, wie man weiß, einen entschiedenen Erfolg errungen. In der neuen Sitzung des Kuratoriums vom 22. Februar 1914 wurde die Hebraisierung des Technikums beschlossen, und die Zionistische Organisation entsendet wiederum Vertreter in das Kuratorium des Technikums. Im Verlaufe des Kampfes wurden in Palästina neue hebräische Schulen gegründet, über deren Lehrer- und Schülerzahl die neuerschienene Broschüre genaue Zahlen bringt Sie enthält reiches Tatsachenmaterial, das die genaue Prüfung des Kampfverlaufes gestattet und wohl auf niemanden ohne tiefen Eindruck bleiben wird. Sehr eingehend ist die Broschüre PaulNathans „Palästina und palästinensischer Zionismus“ behandelt. Die in ihr enthaltenen Angriffe auf die Führer der hebräischen Bewegung in Palästina und auf die Zionistische Organisation haben eine, wie wohl auch die Gegner der zionistischen Bestrebungen zugeben werden, überzeugende und vornehme Widerlegung gefunden. Die Broschüre ist sicherlich ein wertvoller Beitrag zur Geschichte des modernen Judentums. Die Zionistische Organisation hat von ihr schon 25000 Exemplare verbreitet und erhielt, wie sie in ihren Veröffentlichungen mitteilt, noch Bestellungen für viele tausend Exemplare. Der Kampf um die hebräische Sprache in Palästina hat jedenfalls das Interesse für die hebräische Sprache sehr gesteigert und dem hebräischen Schulwerk in Palästina, das allerdings noch des Ausbaues sehr bedarf, unzählige neue Freunde geworben. Berichte. Russland. Lodz. Erstes jüdisches Turnfest. Am Sonntag, dem 1. Februar d. J-> fand zum ersten Male in Rußland im Großen Theater, einem der größten in der Stadt, ein grandioses Schauturnen unter Beteiligung der bereits in Polen existierenden Jüdischen Turnvereine Lodz, Tomaszow, Zgierz, Wlpclawek und Bendsin statt. Der Kalischer Turnverein konnte aus unvorhergesehenen Gi finden nicht aktiv teilnehmen. Das Theater war bis auf den letzten Platz gefüllt, und alle Gesellschaftsschichten (ca. 2000 Zuschauer) der jüdischen Bevölkerung waren gekommen, um dem ersten öffentlichen Schauturnen der jüdischen Turnvereine beizuwohnen. Präzise um 9 Uhr abends wurde das Fest durch eine Einleitungs- Kantate vom gemischten Chor des hiesigen jüdischen Gesangvereins „Hasomir" unter der Leitung des Dirigenten Herrn Leon Kopf vorgetragen. Dem Gesänge folgte eine kurze Ansprache unseres geehrten Präses Herrn Dr. Ludwig Falk, in welcher er den Wert der Turnsache und deren Bedeutung f#r das jüdische Volk schilderte. Unter den Klängen des Streichorchesters marschierten die Turner und Turnerinnen, 200 an der Zahl, durch das Theater zur Bühne. Mit lautem Jubel begrüßten die Zuschauer die Turnerschaft, die in tadelloser Haltung auftrat. Zuerst traten die Lodzer Turner unter der Leitung des Turnlehrers Herrn S. Edelschein auf und führten eine Reihe von Freiübungen aus, die ungemein gefielen und stürmischen Beifall hervorriefen, Danach folgten Oesellschaftsübungen der Tomaschower Turner unter Leitung ihres Turnlehrers Herrn Alfons Hempel, die, obgleich sehr schwierig, dennoch tadellos ausgeführt wurden. Es machte einen guten Eindruck, als die Wlociawker unter Führung ihres Turnlehrers Herrn S. Deutscher rythmische Uebungen zeigten, welche exakt und elegant ausgeftthrt wurden. Viel ”0** fall haben die Zgierzer hervorgerufen, welche In Mau-weißem Dreß m«