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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1914-03-01 · 2 (März/April 1914) · p. Seite 46

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
15 (1914)
Issue
2 (März/April 1914)
Date
1914-03-01
Page
Seite 46 (sequence 10)
Language
German
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46 No. 2 Alle unsere Hoffnungen, die wir auf die Durchführung des Feriailehrerkursus gesetzt haben, gingen vollständig in Erfüllung. Fünf Städte wurden mit theoretisch und praktisch ausgebildeten jüdischen Turnlehrern versorgt; die auf dem Kurse erworbenen Kenntnisse bilden eine starke, verläßliche Grundlage zur weiteren Vertiefung des fachmännischen Wissens. Wir selbst haben die Erfahrung gewonnen, daß der für die Erziehung jüdischer Leiter der Leibesübungen in Galizien unentbehrliche, alljährliche Feriallehrerkursus bei einem großen Arbeitsaufwand durchführbar ist. Es sei uns gestattet auch an dieser Stelle, den hochverehrten Mitgliedern der ärztlichen Kommission des im Juli 1913 in Lemberg abgehaltenen „Jüdischen Sporttags", wie auch den sehr geehrten Herren Aerzten, welche den medizinischen Teil der Vorträge auf dem Feriallehrerkursus leiteten, für die uneigennützige Mitarbeit, die sie uns gewährten, den .wärmsten Dank auszusprechen. Aus der Deutschen Turnzeitung* lieber die Stellung der „Offiziellen“ in der Deutschen Turnerschait zur Judenfrage erteilt der Vorsitzende Dr. Goetz folgenden „Hieb mit dem rechten Arm“: Ein neues Leipziger Blättel, „Mitteilungen an die rechtsstehenden Parteien Leipzigs", beschäftigt sich in Nr. 1 mit der Deutschen Turnerschaft und erzählt: „Der deutsche Michel sei wieder eingeschlafen und der Geist des „Berliner Tageblattes“ beseele nach wie vor die Deutsche Turnerschaft." So schreibe ihm ein Gesinnungsfreund aus Turnerkreisen! Sei auch das letzte hoffentlich etwas übertrieben, so sei es doch Tatsache, daß der Führer der Deutschen Turnerschaft ein Judenfreund sei und daß in der Deutschen Turnerschaft, die Judenschaft die erste Geige spiele; — Beweis dafür sei, daß alle (?) ostmärkischen Turnverbände, die grundgesetzlich nur Deutsche arischer Abkunft aufnehmen, aus der Deutschen Turnerschaft ausgeschlossen worden wären. Soviel Worte, soviel Unwahrheiten! Goet* ein Judenfreund 1 Mein ganzes Leben beweißt, daß ich ein „Judenfreund“* d. h. was das Leipziger Blättel darunter versteht, nie gewesen bin. — ic'' kenne die Schattenseiten des Judentums genau so, wie jeder vorurteilsfreie Mann, stehe aber auf dem Standpunkt, daß ich jedem, der deutsch mit un» arbeiten will, die Hand nicht versage und ihm einen Platz in unseren Reihen vergönne. Der Erfolg dieses seit 54 Jahren von der ganzen Deutschen Turnerscbaft als richtig anerkannten Grundsatzes ist der gewesen, daß wir eine Anzahl Juden, sehr wenige wenigstens lm Deutschen Reiche, in unserer Deutschen Turnerschaft haben, — aber nie ist von ihnen eine Störung ausgegangen, nie der Versuch gemacht worden, die erste Oeige zu spielen! Ei”* solche Behauptung ist ein Unsinn, wenn nicht eine absichtliche Behauptung» — Ebenso unwahr ist es, daß die Oesterreicher aus der Deutschen Turner- Schaft ausgeschlossen worden seien. Sie sind vielmehr freiwillig ausgetreten, weil sie lm Gegensätze zum Grundgesetze der Deutschen Turnerschaft w* Aufnahme in die Turnvereine von der arischen Abkunft abhängig machte»* also, da die Judenfrage eigentlich auch eine politische Partelfrage in aW? schließt, in zweifacher Weise gegen die Grundsätze der Deutschen Turnen* Schaft sich wendeten. Der freiwillige Austritt wurde am 25. September 190* vom Tumtag beschlossen. Ueber 50 Vereine Deutsch-Oesterreichs sind aber der Deutschen Turnerschaft treu geblieben. Wenn nun der „Oesinnung»' freund“ schließlich die Forderung ausspricht, daß sich der judenreine „Turner* bund“, der in Wien seinen Sitz hat und ln Oesterreich und dem Deutsch«» Reiche 186 Verefne mit rund 15 000 Mitgliedern zählt, — die Deutsche Turnen* schaft zählt II 000 Vereine mit weit über eine Million Mitgliedern — «*r

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