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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1914-01-01 · 1 (Januar/Februar 1914) · p. Seite 34

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
15 (1914)
Issue
1 (Januar/Februar 1914)
Date
1914-01-01
Page
Seite 34 (sequence 36)
Language
German
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34 No. 1 macht? WelcheWalfe wählen wir? Das Empfehlenswerteste ist wohl z. T. auch weil es das Billigste ist: Stoßrapier (deutsches Florett). Es hat den Vorzug, den Körper zunächst gewandt und den Blick fechterisch scharf zu machen, erfordert nicht übermäßige Kraft. und ist infolgedessen hervorragend für aWe diejenigen geeignet, für die Turnen und Sport anderer Art nicht recht taugt. Das Stoßfechten bietet besonders älteren Mitgliedern viel Anregung und leichte körperliche Betätigung. Hier ist eine Möglichkeit, in reiferen Jahren stehende Kräfte für unsere Bewegung zu gewinnen. Außerdem kommt noch in Betracht das Hiebrapier (und zwar Korbrapier) und der leichte gekrümmte oder gestreckte Säbel für Hieb und für Stichhieb. Die Kosten sind nur bei der Anschaffung groß und können leicht wieder eingebracht werden. Es kostet z. B. (stets für 6 Fechter gerechnet Gesichts-, Brust-, Handschutz und Waffe) eine komplette Einrichtung für Stoßrapier ca. 85 M.t für Hiebrapier und Säbel ca. 135 M. Allerdings muß man den Einkauf gut verstehen. Hat man Gelegenheit, irgendwie die Sachen gebraucht zu kaufen, so kommt man bedeutend billiger dabei fort. Unsere gesamte Säbelarmierung für 8 Fechter kostete 20 M. Um die Kosten wieder einzubringen, erhebt man von den Mitgliedern ca. 0,50 bis 1 M. monatlich Waffenleihgebühr. Nachweislich durch böses Verschulden der Mitglieder verursachte Reparaturen müssen dieselben bezahlen. Wenn nun mehrere Vereine Fechtriegen hätten und wir kämen zu einem Turniere zusammen, dann würde sich bald heraussteilen, daß wir nur vereinzelt miteinander fechten könnten, da es viele verschiedene Systeme gibt. Nun kann man sich wohl gegen andersartige Fechter wehren — man ficht sogar erfolgreich Florett gegen Säbel — aber das Ungleichartige ist für beide. Teile nicht nützlich, well man sich gegenseitig nicht versteht, und sieht meist unfechterlsch aus. Deshalb brauchen wir ein gleiches System, und zwar eins, das bei größter Geschmeidigkeit zugleich das Zweckmäßigste ist, d. h. die beste Verteidigungsmöglich' keit mit einem starken Angriff verbindet, der uns befähigt, unseren Gegner außer Gefecht zu setzen. Wir merken also schon, daß der Komment mit seinen bedingten Angriffen und Paraden für uns ausscheidet. Wir müssen uns ans militärische und turnerische atilehnen. Weder der Komment, noch die romanische oder französische Schule sind für uns bindend. Das Stoßrechten muß mit deutschem Florett nach der Deutschen Schule gelochten werden. Ihre Merkmale sind eine möglich! ruhige Mensur, beide Fechter bleiben feststehen und dürfen den Standort nur unter bestimmten Bedingungen verlassen. Dies hat den Vorteil, daß sich die Fechter -daran gewöhnen, Jeden Angriff korrekt zu verteidigen, anstatt sich der ersten schwierigen Attacke durch „einen Schritt rückwärts“ zu entziehen. Wenn man an den Fechtriegen auch Damenfechten anglledern will, so benutze man aus praktischen Gründen dieselben Waffen, doch braucht dann die Mensur keine konstante zu sein. Der Unterricht braucht dann auch nicht in systematischer Reihenfolge (flüchtige Stöße —-Deckung, f«sW Stöße — Deckung, Nachstoß und Finte) erteilt zu werden, sondern gebt an der Hand beliebig zusammengesetzter Beispiele vor sich, da das Fechten hier nicht letzter Zweck, sondern Mittel zur körperlichen Uebung ist. Stets lehre man Jedoch nur das Zweckmäßigste und lasse alle Künsteleien foft* Das Rapier- und leichte Säbelfechten werden ebenfalls mit möglichst ruhiger Mensur betrieben. Der Abstand der Fechter ist so abzumessen, daß der Gegner durch einen normalen Ausfall getroffen werden kann. CHc. Auslage des Säbels Ist gestreckt, die des Rapiers verhängt oder gestreckt. Die Auslagestellung beim Säbelfechten ist ähnlich der des Stoßrapiers: beide Beine gebeugt, die Füße ca. 50 cm auseinandergesetzt, der Körper ruht

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