Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 1 (Januar/Februar 1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1 35 gleichmäßig auf beiden Beinen zum Unterschiede von der Rapierauslage Stellung, bei welcher der Körper mehr auf dem gebeugten rechten Bein ruht, während das linke leicht gestreckt ist. Auf keinen Fall lehnt sich der Gebrauch des Rapiers an den Komment an. Die Hiebe sind bei beiden Waffen gleich: Kopfhieb, rechter Gesichts-, Schulter-, Flankenhieb, linker Gesichts-, Brust-, Bauchhieb. Jeder Hieb hat eine (oder mehrere) Beckungen; jedoch achte der Fechtwart darauf, daß der Schüler sich durch eine gute Paradebewegung verteidige. Der Gegenhieb als Deckung des Hiebes sollte nur von guten Fechtern gebraucht werden. In diese Hiebe kann man dann beim Fechten mit leichten Säbeln einige Stöße aus der Stoßfechtkunst einflechten, deren Deckungen ebenfalls dieser entnommen werden. Ueber den Fechtbetrieb selbst ließe sich an dieser Stelle noch sagen, ^aß der Unterricht in Riegen-, Einzel- und Assautsfechten stattfinden muß. Auf das Kommando: Mensurgruppe formiert — marsch!" marschieren die Fechter des Gliedes drei Schritte vorwärts, machen kehrt und treten ®inen Schritt linksseitwärts, so daß jeder Fechter seinem Gegner gegenübersteht. Dann zeigt der Fechtwart die Uebung vor, und die Riege führt S'e auf Kommando aus. Jede Uebung wird anfänglich in Anzug, Attacke und Abgang (Rückgang) zerlegt, dann fortgesetzt schnell hintereinander gestoßen oder geschlagen. Alle Hiebe und Stöße müssen anfänglich so lange un= Pariert geübt werden, bis sie in tadelloser Ausführung auf dem „Treffer“ vZiel) sitzen. Häufiger Wechsel der Gegner, besonders das öftere Fechten fuit dem Fechtwart selbst sind wesentliche Bedingungen. Am Schlüsse Jeder Stunde lasse man die Schüler das Gelernte gegen frei gewählte Gegner nach ihrem eigenen Gutdünken in Gänge fassen (Assauts), doch gewöhne Wan die Fechter frühzeitig daran, sich alle Angriffe und Verteidigungen Zu Pierken, damit sie nach jedem Gang zur Kritik dem Fechtwart aufgezählt werden können. Besser mehrere kurze Gänge von 3—4 Stößen oder Hie- PeP, als ein langer! Es^ wäre noch manches zu sagen, was hier aus Raummangel unterbleibt. Später mehr Technisches! Als empfehlenswerte Literatur zum Ausau der hier gegebenen Anregungen sei genannt: „Deutsche Stoßfechtschulc“ °m Verein Deutscher Fechtmeister (Verlag J. J. Weber-Leipzig). „Kleine Fechtschule“ (Rapier) von J. Segers (Verlag Slegbert Schnur- Pfeil-Leipzig). ..Anleitung zum Säbelfechten“ (Stichsübel) von Em. Probst, eidgenösscher Instruktionsoffizier (Verlag Ovell Füssli & Co., Zürich). ..Vorschrift für das Fechten auf Hieb und Stoß in der Deutschen Armee (Verlag E. S. Mittler & Sohn, Berlin). „Anleitung für den Fechtunterricht der Offiziere und Kadetten der dsterreichisch-ungarischen Monarchie“ (k. k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien). Alle diese Bücher können auch durch Vermittlung des Verlags der »Jüdischen Monatshefte für Turnen und Sport“, Berlin, Bleibtreustr. 25, bezogen werden. Zum Schluß will ich noch erwähnen, daß eine gleiche technische Sprache aller Verbaudsverelne von großem Vorteil wäre, und der Hofl- ''PPg Ausdruck geben, daß die Kreis- oder Verbandsleitung den jüdischen Waffenbrüdern bald Gelegenheit geben möge, durch Tat und Wort ein Zeugnis des alten jüdischen Waffenruhms abzulegen.