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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1914-01-01 · 1 (Januar/Februar 1914) · p. Seite 31

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
15 (1914)
Issue
1 (Januar/Februar 1914)
Date
1914-01-01
Page
Seite 31 (sequence 33)
Language
German
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No. 1 31 so> daß ein jeder Leichtathlet, der seinem Sport wirklich ergeben ist, im Winter einen Ergänzungssport heranzieht oder — was mir immer noch als das einfachste und nützlichste erscheint — durch die mannigfachen Uebungen des deutschen Turnens seine körperliche Elastizität über den Winter hinaus zu retten sucht. Wem beides nicht behagt, mit dem geht es eben nicht anders wie mit dem Turner, der während der Sommermonate regelmäßig den Turnboden schwänzt, oder dem Schwimmer, dem die schönsten Hallenbäder im Winter das Baden im Freien nicht ersetzen können. Die Verschiedenartigkeit des Sommer- und des Wintertrainlngs beim Leichtathleten dürfte an und für sich doch nichts Widernatürliches sein, da sich in der Natur doch auch alles im Wechsel der Jahreszeiten abspielt. Der Sportsmann wird sich nun aber nicht damit zufrieden geben, die Wintermonate mit irgendeiner anderen Körperübung „auszufüllen“, sondern er wird nach Möglichkeit seine .Wahl so treffen, daß er auch für seine sommerliche Uebung den größten Nutzen daraus zieht. Ehe er solch eine Entscheidung trifft, wird er sich erst einmal darüber klar werden müssen, welche besonderen Vorteile er von der winterlichen Jahreszeit und dem entsprechenden Training erwarten darf. Da muß zunächst einmal ganz allgemein gesagt werden: Der Winter jst für den Leichtathleten die Zeit der Schonung. Ganz besonders aber bat er jenen Muskel- und Nervenbahnen Schonung zu gönnen, die er bei seiner sommerlichen Uebung in erster Linie in Anspruch nimmt. Während ®r also im sportlichen Kampfe auf dem grünen Rasen im Augenblicke der Entscheidung „sein Letztes hergeben“ und jede Trainingsmöglichkeit ausnutzen soll, heißt die Parole für den Winter „weise Beschränkung“. Auf dem Turnboden, auf dem Fußballfelde, beim Waldlauf, oder wo immer er sich betätigt, wird er seinem Ehrgeiz die Zügel anlegen müssen, um bei Beginn der neuen Saison mit frischen und unverbrauchten Kräften In den sportlichen Kampf treten zu können. Fußballspiel und Leichtathletik ergänzen sich — besonders dort, wo ein Turnboden nicht zur Verfügung steht — in vorteilhaftester Welse als Winter- und Sommersport. Während aber für den Leichtathleten das Fußballspiel nur eine der viejen Möglichkeiten bietet, unter denen er zu wählen hat, fst das spezielle Lauftraining für den Fußballspieler eine Notwendigkeit. Beim Spiel gegen eine leichtathletisch geschulte Mannschaft wird der Nur-Fußballspieler sehr bald merken, daß ihm jedesmal ein entscheidender Bruchteil der Sekunde an Schnelligkeit fehlt, wenn es einen Wettlauf mit dem Gegner um den Ball gibt. Die beste Ballbehandlung und das feinste Verständnis für die Eigenheiten des Kombinationsspieles werden ihm dann nichts nützen. Deshalb wird es immer wieder Vorkommen, daß sich eine Mannschaft aus Leichtathleten, die das Fußballspiel „diglich als Hilfssport betreibt, ihren Gegnern in überraschender Weise überlegen zeigt. Der Waldlauf, von dem in diesen Blättern schon mehrfach gesprochen wurde, ist gleichfalls ein ganz vorzügliches Mittel, Lunge und Beinmuskulatur Ur die Anstrengungen des Sommers zu kräftigen. Der Wald gewährt chutz vor den kalten Winterwinden, i}nd die Unebenheiten des Geländes *orKen schon selbst für eine Mäßigung des Tempos. Immerhin muß ein crständiger Gruppenleiter dafür sorgen, daß sowohl die durchlaufene -trecke, als auch die Schnelligkeit, von bescheidenen Ansprüchen ausgehend, nur langsam gesteigert werden. In Berlin ist man zuerst darauf “allen, diese Läufe auch abends im dunkeln Wald auszufiihren, wo sich ann das Auge sehr schnell an die Dunkeilheit gewöhnt, so daß eine beson* re Gefahr der Uebung nicht innewohnt. Einen ganz besonderen Reiz

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