Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 1 (Januar/Februar 1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1 »9 Wir appellieren zum Schluß noch einmal an den Opfergeist unserer Mitglieder, ganz besonders unserer älteren Mitglieder, die bis jetzt noch stets ihre Pflicht in finanzieller Hinsicht getan haben, wenn es großen Aufgaben galt. Ein guter Sportplatz wird die Konsolidation unseres Vereinsbetriebes, die jetzt im Anzuge scheint, zu Ende führen. Es heißt jetzt, leichten Herzens geben und hier gilt mehr als sonst: „Wer schnell gibt, gibt doppelt.“ N. K. Berlin. Die Berliner Zionistische Vereinigung wird am Dienstag, den 10. Februar und am Mittwoch, den 11. Februar, k i n e m a t o g r a p h i s c h e Bilder aus Palästina vorführen lassen. Die gleichen Bilder wurden in Wien während der Kongreßzeit gezeigt und erregten allgemeine Begeisterung. (Die Films, die hier vorgeführt werden, sind vollkommen neu.) Diese Veranstaltung ist in ganz hervorragendem Maße dazu geeignet, ein anschauliches Bild von dem jüdischen Leben in Palästina zu geben und daher besonders zu empfehlen. Die Aufführungen sind: am 10. Februar in den Spichernsälen, Spichernstraße 3 (Üntergrundbahnhof Nürnberger Platz); am 11. Februar in den Sophiensälen, Sophienstraße 17/18 (Stadtbahnhof Börse). Sie finden an beiden Tagen statt: von 5—7, von 7—9, von 9—11 Uhr. Berlin. Jüdischer Frauenbund für Turnen und Sport. Am 18. Oktober 1913 fand in unserer neuen Wohnung, Bülowstraße 19, die ordentliche Hauptversammlung statt. Aus den Berichten der Beamtinnen geben wir folgende Details: Der Mitgliederbestand war am 1. April 177, am 30. September 181. Es turnten: in der 1. Frauen-Abteilung an 45 Turnabenden 1697 Turnerinnen .. 2. „ „ „ 12 „ 96 „ „ Mädchen-Abteilung „ 19 „ 44 „ Zum Wiener Schauturnen wurden 22 Turnerinnen entsandt, an den Freiübungen beteiligten sich 22, an den Qerätübungen 20 Turnerinnen und an der Fechtvorführung 14 Damen. Der Verein hatte während des Semesters eine Einnahme von 1826,05 Mark, eine Ausgabe von 2238,96 Mark. Das Defizit wurde durch die Beschickung des Turnfestes verursacht, für welches die Vereinskasse die Summe von 435.— Mark bewilligt hatte. Der moralische Erfolg des Wiener Turnfestes ist ein überraschender. Das nächste Resultat ist die Schaffung unserer Palästina-Wanderkasse. Eine Palästina-Turnfahrt im Frühjahr 1915 ist geplant. Dem kommenden Wintersemester erwachsen neue Aufgaben, der Verein eröffnet im Oktober zwei neue Abteilungen. Eine Frauen-Abteilung in der Dorotheenschule, Wilhelmshavener Straße, eine 2. Mädchen-Abteilung in der Charlottenschule, Steglitzer Straße. Die Fechtriege ist in eine selbständige Fecht-Abteilung umgewandelt, die jeden Sonnabend Abend in der Fecht-Schule des Fechtmeisters Neralitsch, Landwehrkasino, übt. Dem wachsenden Interesse für jüdische Fragen kommt die Leitung des Vereins mit mehreren Vortrags-Zyklen entgegen. Frau Dr. Zlocisti ^ird in einer Reihe von Referaten die Entwicklung der nationaljüdischen Bewegung darstellen. Außerdem ist ein fortlaufender Zyklus von Vorträgen über jüdische Fragen (jüdische Geschichte in der Diaspora, die Lage der Juden, moderne jüdische Probleme) geplant. Herr Rabbiner Dr. Warschauer hat in liebenswürdiger Weise zugesagt, einen Feil dieser Vorträge zu halten.