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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1914-01-01 · 1 (Januar/Februar 1914) · p. Seite 20

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
15 (1914)
Issue
1 (Januar/Februar 1914)
Date
1914-01-01
Page
Seite 20 (sequence 22)
Language
German
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20 No. 1 In dem neuen Vereinsheim findet allsonnabendlich ein geselliges Beisammensein statt. Neue Vorstandswahlen wurden nicht vorgenommen. Zur Geschäftsführerin beider Mädchen-Abteilungen wurde Fräulein stud. arch. Lotte Cohn gewählt. Die Versammlung beschloß, am Ende eines jeden Geschäftsjahres einen ausführlichen Jahresbericht herauszugeben, der an die Mitglieder versandt und als Propaganda-Material benutzt werden soll. L. C. Brünn. Jüdischer Turnverein. Bericht über das Vereinsjahr 1912—13. (Gehalten in der Generalversammlung am 27. September 1913.) Als wir im Oktober 1912 das abgelaufene Vereinsjahr eröffneten, hatten wir noch unter den unleidlichen Turn- und Garderobenverhältnissen zu leiden, wie sie sich in der Turnhalle in der Neugasse herausgebildet hatten. Unter dem Mangel der uns eingeräumten Zeit litt der regelmäßige Turnbetrieb und die Zahl der übenden Mitglieder konnte keine Steigerung erfahren. Deshalb mußte das erste Streben der neugewählten Leitung darauf gerichtet sein, eine neue Turnstätte für den Verein zu erhalten. Tatsächlich gelang es uns auch dank des liebenswürdigen Entgegenkommens des löblichen Stadtrates in Brünn, in der Turnhalle der Kaiser- JubiläumsVolksschule eine Turnstätte zu erhalten, die allen Anforderungen entspricht. Die Uebersiedlung in die neue Turnhalle erfolgte am 15. November 1912 und wir haben diesen Anlaß zu einem feierlichen Anturnen sämtlicher Abteilungen vor geladenen Gästen und unseren Mitgliedern benützt. Schon in der alten Turnhalle, noch mehr in der neuen Halle hatten wir mit den Vorbereitungen zuni Kreisturnen des Kreises Westösterreich der Jüdischen Turnerschaft, das in Wien am 8. Dezember 1912 stattfand, begonnen. Es war uns möglich, mit 8 Damen und 24 Herren die Reise nach Wien anzutreten und wir haben durch unsere Mitarbeit nicht unwesentlichen Anteil an dem Gelingen des Kreisturnens gehabt. Wir wollen nicht unerwähnt lassen, daß wir hier durch Aufführung eines Keulenreigens, ausgeführt von 6 Herren und 6 Damen, erfolgreich die innere Arbeit unseres Vereines vor Augen führen konnten. Schließlich wollen wir hervorheben, daß unser erster Turnwart, Herr Leo Gottlob, in zahlreicher guter Konkurrenz im Sechs kämpfe den zweiten Platz errang. Das erfolgreiche Auftreten unseres Vereins beim Kreisturnen in Wien hatte für unsere innere Vereinsarbeit große Bedeutung, indem sich einerseits zum erstenmal im Wettbewerbe mit anderen Vereinen gezeigt hat, daß wir turnerisch eine gute Mittelstufe repräsentieren, anderseits die Teilnehmer an der Turnfahrt begeistert am Weiterausbau unseres Turnvereins mitarbeiteten. So konnten wir daran denken, zum erstenmal nach fünfjährigem Bestehen in Brünn selbst ein Schauturnen zu veranstalten. Unter Anleitung unseres Turnwartes begannen alsbald die Uebungen für dieses im größten Stile gedachte Schauturnen und wir konnten mit Vergnügen konstatieren, daß wir bei unseren Mitgliedern den größten Eifer für diese Veranstaltung vorfanden. Die sehr schwierige Saalfrage wurde dadurch endlich gelöst, daß uns die Verwaltung des Deutschen Hauses den großen Festsaal zur Abhaltung eines Schauturnens überließ. Am 20. April 1913 konnten wir also zum erstenmal über unsere Turner und Turnerinnen Heerschau halten und es zeigte sich, daß auch das Brünner jüdische Publikum der Arbeit unseres Vereins mit Interesse entgegenkam.

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