Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 1 (Januar/Februar 1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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18 No. 1 Diese Ausgaben sind unumgänglich notwendig für einen geregelten Turn- und Sportbetrieb. 11. Laufbahn aus Kiesschüttung, 100 m-Bahn 5 m, Rundbahn 3 m breit, in Sa. ca. 1600 qm. ca. 1500 „ 11. Ungedeckte Tribüne aus Erdschüttung mit 200 Sitzgelegenheiten 500 „ Gesamtsumme 5840 Mk. Hierbei ist stets die primitivste Ausführung angenommen. Nun liegt die Situation so: Gelingt es uns, nur 4000 M. aufzubringen, so muß natürlich die Anlage einer Aschenbahn und einer Tribüne unterbleiben. Sollten wir auch diese nicht aufbringen, dann wird die Platzeinrichtung natürlich mangelhaft sein. Wir glauben aber mit den bis jetzt vorhandenen 2000 M. den Platz wenigstens wie in Schulzendorf einrichten zu können. Nun ist die veranlagte Summe nur das allernotwendigste, was wir brauchen. Es soll nicht nur für fünf Jahre für den Platz gesorgt sein, sondern der Sportplatzfcnds soll von vornherein so angefaßt werden, daß er uns später den Ankauf eines Spielplatzes gestattet Denn nur ein eigener Grund und Boden garantiert, daß der Sport der immer weiter schreitenden Bodenspekulation nicht weichen muß. Dieses große Ziel wollen wir in fünf Jahren zu erreichen suchen. Zunächst jedoch wollen wir für die Bedürfnisse der kommenden Jahre sorgen. i Wir können nun mit gutem Recht von jedem Bar Kochbaner fordern, daß er für eine so wichtige Sache persönlich Opfer bringt. Wer nicht gewillt ist, das zu tun, der soll dann auch nicht auf den Sportplatz kommen. Folgende Forderungen stellen wir an. unsere Mitglieder: Beitragserhöhung für den Sportplatz. Unsere Mitglieder sollen das, was sie an Fährgeld sparen und an Annehmlichkeiten mehr haben, in bar ausdrücken. Fast jeder kann seinen Beitrag um monatlich 1 M. erhöhen. Den allgemeinen Erfahrungen nach spielt der Vereinsbeitrag gegenüber den Ausgaben an Fahrgeld, kleineren Zechen usw., zu denen man durch den Vereinsbetrieb veranlaßt wird, gar keine Rolle. Wenn die Beitragserhöhung nicht freiwillig geleistet wird, so wird die nächste Generalversammlung sie zwangsweise beschließen müssen. Dann wenden wir uns vor allem an die Eltern unserer Turner. Die Eltern mögen stets bedenken, daß der Spielplatz eine Quelle der Gesundheit für ihre Kinder ist. Nichts ist natürlicher und darum gesünder als ein frohes, frisches Laufspiel in freier Luft. Wir wollen den Tummelplatz unserer Jugend nun so einrichten, daß er sportlich und hygienisch elnwandsfrei ist. Wir wollen keinen staubigen Spielplatz mit engen Umkleideräumen. Ein guter Platz kostet aber Geld. Wir wissen, daß den jüdischen Elfern für die Gesundheit ihrer Kinder nichts zu teuer ist. Wir wenden uns deshalb an die Eltern unserer Turner und Turnerinnen mit der Bitte: Gebt uns die Mittel für den Spielplatz, denn er ist ja für Eure Kinder. Selbstverständlich sollen die anderen Sammelmittel nicht vernachlässigt werden. Die Sammeibogen sind mit den gezahlten Beiträgen bis spätestens Sonntag den 15. Februar mit Herrn Sobersky abzurechnen. Auch wenn keine Beträge gezeichnet sind, müssen die Sammeibogen aus leicht erklärlichen Gründen zurtickgeschickt werden. Wir bitten dringend, dieses zu beachten. Ein Sammeibogen ist Vertrauenssache und als solche korrekt zu behandeln. Nach der Abrechnung kann jeder einen neuen Sammeibogen erhalten. Also bis zum 15. Februar die Sammeibogen einschicken!