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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-12-01 · 8 (Dezember 1913) · p. Seite 262

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
8 (Dezember 1913)
Date
1913-12-01
Page
Seite 262 (sequence 28)
Language
German
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262 No. 8 einige Monate einzuarbeiten. Unser Ernst Herrmann muß jetzt leider seine Tätigkeit für den Kreis einstellen, da er nach Haifa übersiedelt. Unsere Turngenossin Fräulein Anna Lewin aus Königsberg i. Pr. geht dagegen an die Jaffaer Mädchenschule des Odessaer Comitös als Turnlehrerin. Wir werden in diesem Jahr in den meisten Kolonien Untergaliläas Vereine gründen, die einen besonderen Qau bilden werden; wir setzten zu diesem Zweck schon einen Qau-Vorstand mit dem Sitz in Jemma ein. Wir werden für Vorturner und Vorturnerkurse in Untergaliläa 1000 Fr. in diesem Jahre ausgeben. Bezüglich unserer Arbeit in Judäa bemerken wir, daß wir in Ermangelung eines Wanderturnlehrers die Sache jetzt so einrichten wollen, daß wenigstens ein Vorturner aus jedem Kolonie-Verein an einem Sonnabend im Monat nach Jaffa kommt, wo ein von Orloff geleiteter, den ganzen Tag dauernder Vorturnerkursus stattfinden wird. Das Material wird jedem Vorturner auch schriftlich übergeben. Unser Vorturner Benjamin Stör aus Pethach-Tikwah ist in Kopenhagen in das Institut des Staates für Turnlehrer aufgenommen worden. Der Inspektor der Turnwesens in Dänemark Herr K. A. Knudsen steht uns ständig mit Rat zur Seite. Das „Allgemeine Sportabzeichen“ des „Deutschen Reichsausschusses für olympische Spiele“. Der „Deutsche Reichsausschuß für Olympische Spiele“, der seit dem Stockholmer Wettkampfe sich mehr und mehr aus einer lockeren Vereinigung der maßgebenden deutschen Verbände für Leibesübungen zu einer führenden Zentrale entwickelt, hat neuerdings eine Maßnahme getroffen, die sehr geeignet erscheint, die Körperkultur innerhalb der schwarzweißroten Qrenzpfähle erheblich zu fördern. Nach einem schwedischen Vorbild hat er für die Erwerbung eines „Allgemeinen Sportzeichens“ Bedingungen aufgestellt, deren Erfüllung eine gewisse vielseitige, wenn auch nur mittelmäßig6 körperliche Leistungsfähigkeit verlangt. Die Existenz eines solchen Sportabzeichens wird sicherlich ein Ansporn zu sportlicher Betätigung für viele sein, die bisher dem Sport fremd gegenüberstanden; aber ein neues erstrebenswertes Ziel auch allen denen anzeigen, die bei mangelnder Befähigung auf einem Spezialgebiet gerade in der Vielseitigkeit ihr Betätigungsfeld erblicken müssen. Selbst den einseitig besonders veranlagten Sportsmann wird der Wunsch, das Sportabzeichen zu erringen, veranlassen, sich auch auf anderen Sportgebieten umzutun und ihn so nötigen, sich eine vielseitige Körperausbildung zu erwerben, die nach neueren Erfahrungen gerade der Leistungsfähigkeit auf einem Spezialgebiet wiederum zugute kommt. Diese Erkenntnis wird man gewiß bestätigt finden, wenn man die Bilder der amerikanischen Olympioniken betrachtet, die fast durchweg eine gleichmäßige allseitige Muskelausbildung aufweisen und so gar nichts von dem angeblichen „Spezialistentum der Amerikaner“ sehen lassen. Ist es ja auch erklärlich, daß nur der allseitig trainierte Athlet die physische Kraft und die Nervenenergie in* sich birgt, die ihn letzten Endes befähigt, im Kampfe mit den Besten der Beste zu sein. Im folgenden seien die Bedingungen wiedergegeben, unter denen das „Allgemeine Sportabzeichen" erworben werden kann;

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