Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 8 (Dezember 1913)
- Date
- 1913-12-01
- Page
- Seite 261 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 8 261 konnte der Pulsschlag nach zehn Minuten wieder gezählt werden und der betrug 112 in der Minute. Herzgrenzen und Blutdruck konnten wegen der oben angedeuteten Gründe nicht bestimmt werden. Der Gesamteindruck war bei 4 völlige Erschöpfung, bei einem Cyanose. Auf Grund des Angeführten kam die ärztliche Kommission zu folgenden Schlüssen: Vor der Aufnahme in einen Sportklub oder Turnverein überhaupt sollte jedes neue Mitglied ärztlicherseits aufs genaueste untersucht und jenen Beitritt und Betätigung gestattet werden, welche für vollkommen gesund befunden werden. Von Zeit zu Zeit und besonders vor Schauübungen oder Wettkämpfen sollen wiederholentliche ärztliche Untersuchungen an Teilnehmern unternommen werden, damit solche, bei denen infolge des Trainings irgendwelche Anomalien seitens der einzelnen lebenswichtigen Organe sich bemerkbar gemacht haben, ferngehalten oder ganz ausgeschieden werden in Rücksicht auf deren gefährdete Gesundheit, wenn sie fernerhin den Sport zu betreiben gedächten. Drittens liege der Beweis vor, daß das Fußballtraining irrationell in den besprochenen Klubs betrieben werde. Es wäre sonst unerklärlich, daß bei einem so großen Prozent der sich angemeldeten Teilnehmer Lungendehnung und Vergrößerung des Herzmuskels angetroffen wurden, abgesehen davon, daß nach beendetem Wettkampf sämtliche Teilnehmer bis auf einen Eiweiß im Urin aufwiesen. Es sei daher an die Leitungen aller hierzulande sporttreibender Klubs und Vereine der beherzigende Mahnruf gerichtet, in ihre Reihen nur völlig gesunde Leute ohne irgendwelches Gebrechen zu scharen und darauf zu achten, die mitgebrachte Gesundheit nicht zu untergraben, sondern zu stärken und zu härten. Lemberg, im November 1913. Dr. M o r d a c h a i Elias B i k e 1 e s. * Palästinensischer Kreis. Im August und September fanden unsere Vorturnkurse statt, die über drei Wochen dauerten und einen guten Verlauf nahmen. Es beteiligten sich etwa 50 Lehrer, Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen und Vorturner; das Material gaben wir in einem besonderen Heft heraus. Die Leitung hatten Orloff-Jaffa für schwedisches Turnen, Goldschmidt-Jerusalem für Stabübungen und Sonnenschein-Konstantinopel für Geräteturnen und volkstümliche Uebungen. Wir hoffen, daß die Jüdische Turnerschaft unsere Bemühungen zur Schaffung einer hebräischen Turnliteratur unterstützen wird, durch Abnahme einer bestimmten Anzahl des oben genannten Heftes; wir würden dann zur Erleichterung des Gebrauchs für alle Verbandsvereine bei den kommenden Heften die termini technici auch deutsch geben. Dann kann die Benutzung überall dort mit Leichtigkeit erfolgen, wo nur ein des Hebräischen Kundiger den Vereinen den Text und die Erklärungen übersetzt. Wir glauben, daß eine Anzahl von zwei oder drei Heften jeder Verbandsverein und eine entsprechend größere der galizische und der westösterreichische Kreis gebrauchen könnten; der Makkabi in Konstantinopel nahm von uns direkt 30 Exemplare. Der Preis ist unser Selbstkostenpreis, nämlich 60 Pf., hierzu kommt das Porto. Falls eine turnerische Kraft aus Europa nach Jaffa käme, würde sie genügend Arbeit an Schulen und in den Vereinen finden; der Betreffende müßte aber entweder drüben genügend hebräisch sprechen lernen, oder Zeit haben, um sich hier