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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-12-01 · 8 (Dezember 1913) · p. Seite 260

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
8 (Dezember 1913)
Date
1913-12-01
Page
Seite 260 (sequence 26)
Language
German
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260 No. 8 Galizischer Kreis. Bericht der ärztlichen Kommission über den „Jüdischen Sporttag“ in Lemberg. Eine der schwächsten Seiten unserer Sportorganisation für Galizien war, daß man mit besonderem Nachdruck den Fußballsport pflegte, Leichtathletik aber entweder ganz vernachlässigte oder sie einseitig durch Wurf und Sprung mit ein- und derselben Hand beziehungsweise einem Fuß betrieb. Von rationeller Erziehung des ganzen Organismus war bisher in den Sportklubs keine Rede. — Berufung und Hinweis auf die Ergebnisse der ärztlichen Untersuchungen, die in den polnischen Sportklubs unter Leitung des Herrn Univ.-Prof. Oluzinski durchgefiihrt wurden, blieben erfolglos. Nun setzte der Kreisvorstand eine eigene ärztliche Kommission ein, welche gelegentlich des Mitte Juli d. J. abgehaltenen Jüdischen Sporttages in Lemberg an den Sportsleuten Untersuchungen vor und nach der Uebung anzustellen, und ihre Gutachten über wahrgenommene Schäden bekanntzugeben hatte. Das Programm des Jüdischen Sporttages enthielt leichtathletische Uebungen und ein Fußballmatch. Die ärztliche Kommission, unter Leitung des Herrn Dr. Isaak Glücker, bestand aus zehn Aerzten und faßte ihre Aufgabe dahin auf, gleichzeitig das Menschenmaterial zu prüfen, das sich mit Sport befaßt. Das wurde erleichtert durch Benützung eines entsprechend angelegten Fragebogens. Die Untersuchungen wurden tagsvorher an 26 angemeldeten Teilnehmern vorgenommen. Am Sporttage mußten die leichtathletischen Uebungen wegfallen infolge regnerischen Wetters. Die Ergebnisse vor den Schauübungen sind folgende: Das Alter der Teilnehmer schwankt zwischen 16 und 22 Jahren: 8 sind Privatbeamte, 2 Hörer des Politechnikums, 1 Hörer der Rechte, 1 Absolvent der Handelsakademie, 1 Kaufmann und 13 Gyinnasialschüler der obersten Klassen. — Der Geschlechtstrieb ist bei 19 ziemlich ausgeprägt und diese trachten auch des öfteren per viam naturalem ihn zu befriedigen. Dem Tabakrauchen obliegen 17. Abnormitäten des Körperbaues und der Organe wurden festgestellt: bei 2 Kyphosis, bei 3 Skoliose, Undurchgänglichkeit des einen oder der beiden Nasenlöcher bei 8, Lungendehnung, Verhärtung oder Infiltration bei 7, beider Lungenspitzen oder einer bei 7, Vergrößerung des Herzmuskels bei 6 und ausgesprochene Mitralklappeninsuffienz im Kompensationsstadium bei 1, Erweiterung und Durchgänglichkeit der einen oder beider Leistenkanäle bei 6, der Brustweitenunterschied bei tiefstem In- und Exspirum schwankt bei 10 zwischen und 5% cm, bei den übrigen 16 zwischen 6 und 14 cm. Eiweiß im Urin bei einem. — Am Match nahmen nur 22 teil. Gleich nach Abschluß desselben sollten an den Teilnehmern bloß nach wenigen Gesichtspunkten Untersuchungen vorgenommen werden und zwar die Zahl der Pulsschläge im Laufe von 2 Minuten, gezählt per halbe Minute, und 10 Minuten nachher Bestimmung der Herzgrenzen, des Blutdruckes, des Urins auf Eiweiß, und der Gesamteindruck. Allein trotz aller Mühe konnte nur bei 17 kaum der Urin untersucht, und bloß bei 13 die Pulszahl festgestellt werden. Schuld daran sind die beinahe sofortige Vorführung des nächsten Programmpunktes, das Auftreten der Jugendkohorte (Scouts), anderseits der nicht geeignete Ort für die Untersuchung. — Der Urin war bei allen bis auf einen eiweiüenthaltend mit mehr oder minder breitem dichten Ringe. Die Pulszahl in der ersten halben Minute beträgt bei einem 116, sonst über 120 bis 140. 150 und sogar 160, zu Ende der zweiten Minute (per halbe Minute gezählt) bei einem 84, sonst über 100 bis 120 und 130. Nur bei einem

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