Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 8 (Dezember 1913)
- Date
- 1913-12-01
- Page
- Seite 244 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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244 No. 8 erhalten die Anfänger ihre erste Ausbildung, wodurch ermöglicht wird, sie bereits mit dem frühesten Beginn der Rudersaison ins Boot zu bringen. Indessen hat das sonntägliche Rudern noch lange nicht aüfgehört. Jeden Sonntag sind mehrere lvria-Boote auf der Spree zu sehen. Zuschriften wolle man an Herrn Arthur Hirschfeld, Berlin NW„ Wikinger Ufer 1, richten. Prag. Den vom J. T. V. angekündigten Vortragszyklus eröffnete Herr Dr. H. Hecht- Prag mit dem Thema „Körperkultur und Hygiene“. Er sprach sehr anregend, sachlich und leicht faßlich. — Er verglich die Bedeutung der olympischen Spiele bei den Griechen und in der Jetztzeit, bewies, daß vor allem die Vererbungslehre den einzelnen zwingen müßte, unbedingt Körperkultur zu betreiben, da die Familie, das Volk und der Staat nur durch das gesunde Individuum fest fundiert sind. Die nordischen Völker Europas stehen in dieser Hinsicht mustergebend da und verdanken wohl mit ihre herrschende Stellung einer von Jugend an geübten vernünftigen Körperkultur. — Alkohol und Tabak sind arge Schädlinge der Jugend. Mit dem Hinweise darauf, daß die jung-jüdische Bewegung zu ihrem Erfolg unbedingt auch der körperlichen Hebung bedarf, schloß der Vortragende unter reichem Beifall der Turner und Turnerinnen seinen Vortrag. — Ein kerniges Schlußwort des Herrn Ing. E. Hoffmann beendete den Abend. Sonntag, den 19. Oktober fand die erste Wanderfahrt nach den Ferien statt. Sie führte den uns angegliederten neugegriindeten Wanderbund „Blau- Weiß“ um 1,10 Uhr von Prag nach Jirna. Von da ging es nach Art der Pfadfinder nach dem westlich gelegenen Wälderrevier, dann über den Skoreper Tiergarten nach Auwal. Die Luft war kalt und trocken, das beste Wetter zum Wandern. Es wechselten frisches Marschtempo mit Dauerlauf und Wettlauf oder Weitsprung; dabei manch' frohes Lied. Die Herbst- und Winterwanderungen sollen sich im heurigen Jahre besonderer Pflege erfreuen. — Die zweite Wanderfahrt dieser Saison, am 26. Oktober, führte nach der wilden Scharka. Sie war, gemeinsam mit dem Prager „Blau- Weiß", diesmal besser besucht und beschwerlicher. In den schönen Waldanlagen „Stern“ wurden abwechselnd von Damen und Herren Wett- und Dauerläufe und Spiele veranstaltet. Um ^5 Uhr Aufbruch in zwei getrennten Qruppen nach der Scharka. Die „Blau-Weißen“ den beschwerlichen, die Tuinerinnen und Turner den leichteren Weg. — Erstere, welche nicht einkehren, konnten noch bei Dämmerung die Rückwanderung antreten, die Turner aber, welche einen frohen Rundgesang bei gutem Trank und einen Imbiß nicht verschmähen, mußten um 7 Uhr abends auf ihrem Rückweg i« der Finsternis „Pfadfinder“ sein. — Gegen 9 Uhr abends kamen alle 27 Teilnehmer wohlbehalten an. Das hebräische Kommando wird nunmehr auf Grund von Mitteilungen des „Makkabi-Turnvereins“ in Konstantinopel und des hebräischen Gymnasiums in Jaffa in der Damen-, Männer- und Knabenabteilung strikte aufgenommen. Sonntag, den 2. November, fand im Hotel „Bristol" dieGeneralver- Sammlung des J. T. V. Prag statt. Der Obmann Prof. Alfred Kraus konnte in seinem Rechenschaftsbericht feststeflen, daß das Ergebnis des ersten Jahres die Erwartungen übertroffen habe und geeignet sei, das vom alten T. V. her bestehende Mißtrauen zu zerstören. Der Turnbetrieb wurde ohne jede Unterbrechung vom 4. November 1912 an aufrecht erhalten und zwar turnen derzeit in den Männerriegen 52, in den Damenriegen 32 und in der Knabenriege 15, unter der Leitung von 4 Vorturnerinnen und 2 Vorturnern,