Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 8 (Dezember 1913)
- Date
- 1913-12-01
- Page
- Seite 240 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/6492379-5965024-5965362--283-4922467- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
240 No. 8 gemeinheit. Ihr opfert Euer Geld nicht schalen Freuden egoistischen Genießens, Ihr opfert es freudig der Zukunft unseres Volkes. Wenn Euch in stillen Stunden diese Erkenntnis erwächst und Ihr sie begreift als ein hohes, persönliches Qlück, das Euch adelt vor hunderten Eurer Altersgenossen, dann habt Ihr im schönsten und reinsten Maße den Sinn unserer Organisation begriffen. Wir feiern in diesen Tagen das Chanukahfest und gedenken stolz unserer Makkabäer. Wir hören vieles und lesen vieles von ihnen. Wir wollen schweigend ihrer gedenken — und handeln. Ihren Mut, ihre Kraft, ihren Tatendrang wollen wir auf uns herabbeschwören. Der Chanukahleuchter sei das Symbol unserer Hoffnung. Das kleine Licht, das stetig wachsend zur hellstrahlenden Flamme erglüht. So strahle und glühe unsere Hoffnung. Und wir sind die Diener am Licht. Henry Unna. Einige Wünsche und Anregungen für die Jüdische Turnerschaft. Von Dr. Martin Auerbach-Hamburg. Mit einem gewissen Qefühi des Unmuts sehe Ich auf das Turn- und Sportfest der Jüdischen Turnerschaft in Wien zurück. Nicht,' daß ich ihm nicht vollstes Gelingen nachsage und weittragende Erfolge von ihm erhoffe, sondern weil es mir wehe tut, daß die Jüdische Turnerschaft nach den 10 Jahren ihres Bestehens und der Ausbreitung, die sie inzwischen gewonnen hat, nicht in der Lage ist, ein solches Fest für sich im eigenen Rahmen zu veranstalten und doch glaube ich, daß dies durchführbar sein müßte und zwar leichter, als es auf den ersten Blick erscheint. Die Turntage — soweit ich sie aus Berichten und aus einer allerdings nur einmaligen Erfahrung kenne — erscheinen mir in ihrer Anlage völlig unzureichend. Für die große Masse der Turner ist es eine Unmöglichkeit, weite Reisen für 2 Tage (Ostern oder Pfingsten) auszuführen. Ein großer Teil ist obendrein noch genötigt, wegen des Sabbats die Nacht zum Reisen zu benutzen, nicht zum Vorteil unserer Veranstaltungen. Es gibt heute kaum jemanden, der nicht über mindestens 8 Tage Urlaub im Jahre verfügt und ich zweifle gar nicht, daß wenn ein allgemeines Turnfest, z. B. in den Juli oder August gelegt würde, — eventl. so, daß die Extrazüge benutzt werden können — daß die ideale Begeisterung, die in unseren Reihen herrscht, einen großen Teil unserer Mitglieder veranlassen würde, zu einem derartigen Turnfest zu kommen. An 2—3 Tagen Würden die turnerischen Veranstaltungen stattfinden und die Verhandlungen könnten in Ruhe ihren Gang gehen. Angeschlossen denke ich mir eine Turnfahrt. Selbstverständlich müßte diesem Plan schon bald nähergetreten werden, damit tnan spätestens zu Beginn des betr. Jahres sich einrichten könnte. Würde es tait persönlich nicht aus internen Gründen wünschenswert erscheinen, daß ein derartiger Turntag in den nächsten Jahren nicht in Hamburg stattfinden soll, so würde ich direkt Hamburg vorschlagen, Vielleicht macht Breslau oder Halberstadt den Anfang. Eine anschließende Tour ins Riesengebirge oder in den Harz hätte gewiß viele Reize. Die Kosten dürften natürlich nicht nur von d«® veranstaltenden Verein zu tragen sein. Wie zu allen Kongressen hätten die Teilnehmer einen Festbeitrag zu zahlen und wenn wir uns darauf be-