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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-12-01 · 8 (Dezember 1913) · p. Seite 239

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
8 (Dezember 1913)
Date
1913-12-01
Page
Seite 239 (sequence 5)
Language
German
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No. 8 239 mehr als verdoppelt. Fünf Kreisturntage zeugen von tüchtigem, organisatorischem Leben. Wir haben uns einen Palästinensischen Kreis mit einer hebräischen Turnzeitung geschaffen. Unsere erste Palästinafahrt legte beredtes Zeugnis ab von der körperlichen Tüchtigkeit und dem nationalen Verständnis unserer Leute. Das Wiener Turnfest lebt in unserer aller Gedächtnis als eine stolze Demonstration unserer Macht. Unser organisationstechnischer Apparat ist ungeheuer gewachsen, unsere Sekretärin und ständige Hilfskräfte erledigen eine täglich wachsende Korrespondenz nach aller Herren Länder. Beim Rückblick auf das Geschaffene darf ein Gefühl des Stolzes uns durchfluten, denn alles Erreichte ist restlos die Frucht unseres Persönlichen Schaffens. Die finanzielle Isoliertheit unserer Organisation verleiht unserer Arbeit eine höhere Weihe. Aber sie setzt unseren Erfolgen eine Grenze. Unsere materiellen Möglichkeiten sind beschränkt. So mußte vieles unterbleiben, was wir gerne ins Leben gerufen hätten. Vieles blieb im Halben stecken, was wir gar zu gern vollendet gesehen. So erreichte vor allem unsere Verbandszeitung nicht die Höhe, die wir alle von Herzen wünschten. Der Inhalt der einzelnen Monatshefte hat sich zweifellos wesentlich gebessert, sowohl der allgemein literarische wie der speziell turnerische und sportliche Te'l sind nach Kräften ausgebaut. Aber unsere Finanzlage forderte energische Einschränkung und so konnte unser Organ leider nur achtmal m diesem Jafire erscheinen. Erst eine finanzielle Gesundung unseres Verbandes kann das regelmäßige Erscheinen der Monatshefte gewähren. Noch manches andere blieb unerledigt, mußte unerledigt bleiben. Die beabsichtigte Propagandaschrift, die Herausgabe des hebräischen Kommandos, Anstellung von Wanderturnlehrern etc. etc. Muß ich unsere unerfüllten Wünsche erst auf zählen? Jeder einzelne von uns kann sie vor- und rückwärts hersagen. und ich sage offenen Herzens: Unserem Gotte Dank, daß wir noch unerfüllte Wünsche haben. Sie sind der Stachel zu immer neuen Opfern und raten. Gott sei Dank, daß wir noch nicht als eingerostete Philister auf unseren Lorbeeren ruhen können. Wir haben Erfolge, wir haben Wünsche. An der Jahreswende messen wir beides und rückblickend auf die Vergangenheit vertrauen wir die Erfüllung unserer Wünsche mit Zuversicht üer kommenden Zeit. Denn wir wissen, daß wir uns und unseren Idealen, daß wir unserer Jüdischen Turnerschaft treu bleiben. Jeder einzelne von unseren Zehntausend hat seinen Teil an unseren Erfolgen und unseren Wünschen. Ihr Jungen, die Ihr unserer Sache große Opfer gebracht habt, findet den Dank in Euren Erfolgen. Findet den Dank in dem stolzen Bewußtsein, m einer für die Entwicklung unseres Volkes kritischen Zelt Eure Pflicht setan zu haben. Im Gegensatz zu vielen Reichen und Alten, die sich heute m feiger Fahnenflucht vom Judentume abwenden. Aus den Erfolgen schöpft den Entschluß zu neuen Opfern. Ueber die Vereine hinaus sorgt mit eisernem Willen für unsere Qesamtorganisatfon. Viele Aufgaben harren unserer, neue “Holge sollen sich den erreichten zugesellen. Aeußeres opfert Ihr unserer Organisation. Sie gibt es tausendfach 2ürück. Durch die Arbeit für unsere Ideale hat Eure Jugend einen Inhalt Befunden. Ihr vertrödelt Eure Zeit nicht mit Oberflächlichkeiten alltäglicher Genüsse, Ihr widmet sie ernsten Aufgaben im Dienste der Jüdischen All-

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