Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 7 (Oktober/November 1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 225 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 7 225 spräche eingeführt. So bietet der Verein als erster in Westeuropa den Juden das Bild eines jüdischen Turnens mit hebräischen Kommandos und erringt einen vollen Erfolg auch in materieller Hinsicht. Dieser Bericht wird von der Versammlung mit Begeisterung zur Kenntnis genommen. — ln den Turnrat werden gewählt: die Herren Dr. .Stern, Qoldstaub, cand. jur. Bloch, Max Qoldstein und Fleischmann, nachdem dem abtretenden Turnrat einstimmig das Absolutorium erteilt wurde. Proßnltz. Jüdischer Turnverein Proßnitz. In den letzten Monaten war im Turnbetriebe unseres Vereins eine gewisse Stagnation eingetreten, da sich fast das gesamte Interesse auf unsere Sportzweige konzentriert hatte. Allein jetzt herrscht am Turnplätze wieder reges Leben. Tb. Julius Neumann hielt am 26. cts. im jüdischen Kasino einen Vortrag über den „11. Zionistenkongreß und seine Bedeutung für die Jüdische Turnerschaft“. In überaus interessanter, sachlicher Weise entwickelte der Referent ein Bild von der Entstehung und der Entwicklung der Jüdischen Turnerschaft, hob ihre Bedeutung für die gesamte Judenheit, insbesondere aber für den Zionismus hervor. Wie bereits eingangs erwähnt, wird den sportlichen Uebungen bei uns jetzt viel Interesse zugewendet. Unser im Zentrum der Stadt gelegener Tennisplatz wird von fast allen Turnerinnen frequentiert. Ganz besonders stolz sind wir auf unsere Fußballsektion. Obwohl erst im heurigen lahre gegründet,, haben die Mitglieder derselben durch fleißiges Trainieren derartige Fortschritte gemacht, daß sie es wagten, den hiesigen tschechischen Fußballklub, dessen Mannschaft wohl zu den besten Mährens gehört, zu einem Match herauszufordern. Und am Sonntag den 27. cts. fand dasselbe unter starker Beteiligung der Proßnitzer Bevölkerung auch wirklich statt. Mit dem größten Interesse wurden die einzelnen Phasen des Spieles von den Zuschauern beobachtet und die Spannung wuchs immer mehr, als man sah, daß es den Tschechen trotz außerordentlicher Anstrengung nicht gelingen wollte, unserer braven Mannschaft ein Goal zu schießen. Insbesondere waren es die drei Brüder Sborowitz, die Hervorragendes leisteten und auch Turnbruder Otto Platzer muß lobend hervorgehoben werden. Obwohl unsere Mannschaft von vornherein darauf gefaßt war, bloß verteidigen zu müssen, Kelang es ihr, durch öftere gefährliche Durchbrüche das Tor der Gegner zu bedrängen Und nur der glänzenden Verteidigung des Goalmannes ihrerseits ist es gelungen, das Match 0 :0 zu gestalten. Erwähnenswert ist noch, daß wir jetzt Gelegenheit haben werden, mit den besten Büchern der jüdischen Literatur bekannt zu werden, da sich in der letzten Zeit eine jüdische Volksbibliothek hier gegründet hat. — Im heurigen Jahre feiert unser Verein seinen zehnjährigen Bestand, aus dessen Anlaß eine Veranstaltung größten Stils gedacht ist Wir werden uns noch erlauben, auf dieselbe des Näheren einzugehen und machen schon heute alle unsere Freunde darauf aufmerksam. Galizisch-bukowinischer Kreis. Das auf der Tagung jüdischer Turn- und Sportvereine Galiziens und Bukowinas am 29. Dezember 1912 gewählte Organisationskomitee schritt sofort zur energischen Arbeit. Es schuf sich an der ersten am 1. Januar 1913 abgehaltenen Sitzung einen Arbeitskreis, der im hauptsächlichsten folgendes umfaßt: a) Einführung eines einheitlichen Systems und des hebräischen Kommandos in die Verbandsvereine durch Ausbildung eigener jüdischer Lehrkörper, b) Grundlegung neuer Vereine. Die Ausbildung der Fachlehrkörper bildet die wichtigste dabei auch mühevollste Aufgabe. Bisherige Erfahrungen bewiesen, daß ohne jüdische