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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-10-01 · 7 (Oktober/November 1913) · p. Seite 224

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
7 (Oktober/November 1913)
Date
1913-10-01
Page
Seite 224 (sequence 30)
Language
German
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224 No. 7 Gesinnungsgenossen aus Preußisch- und Oesterreichisch-Schiesien, aus Galizien und aus einigen russischen Grenzorten vereinigte. Wir wollen von dieser wohlgelungenen Veranstaltung nur den turnerischen Teil hervorheben. Es wurde von unserer Jungmannschaft unter Musikbegleitung eine Reihe von Freiübungen stramm und gewandt vorgeführt, die bei den Zuschauern lauten Beifall fanden. Hierauf bekam man sehr schöne Leistungen des jungen Kattowitzer Jüdischen Turnvereines auf dem hohen Spannreck zu sehen. Die Felgen, Wellen und Riesenumschwünge zeugten von guter Schule, fleißiger Uebung und vielem Mut. Darum kargten auch die Zuschauer mit ihrer rauschenden Anerkennung nicht und ermunterten damit die junge Vereinigung zu neuer, immer besserer Betätigung auf turnerischem Gebiete. Darauf folgten die Uebungen unserer Jungmannschaft auf dem Hochbarren, die in Pflicht- und Kürübungen zerfielen und den Beweis lieferten, daß der systematische und regelmäßige Turnbetrieb alle Teilnehmer sicher und gewandt macht und außerdem hervorragende Leistungen zeitigt. Stürmischer, wohlverdienter Beifall folgte dieser Vorführung. — Nicht geringere Ehren holten sich unsere Turner und Turnerinnen, als sie am 29. Juni beim Feste des hiesigen Vereins „Ferienheim“ auftraten. Diesmal wirkte unsere Mädchenriege mit und ihr Fahnenschwingen, taktfest und voll Anmut durchgeführt, erregte allgemeine Bewunderung. Die Freiübungen und noch mehr das sichere, schöne Reckturnen unserer Jungmannschaft erfüllten die Zuschauer mit Befriedigung und Stolz auf die wackere Schar und machten die Darbietungen des Turnvereins zum Glanzpunkte des ganzen Festes. Unser Auftreten bildete zugleich eine wirksame Propaganda für unseren Verein, dem neue aktive Mitglieder beitraten. Wien. Der im Juni 1912 gegründete Jüdische Turnverein Massada hielt im Juni dieses Jahres seine erste Generalversammlung ab. Herr Dr. Stern, der unermüdliche Obmann, Begründer und Förderer des Vereins, eröffnete dieselbe mit der Begrüßung der zahlreich erschienenen Gäste, von denen wir Herrn Kreisobmann Kien und die Vertreter aller jüdischen Turnvereine hervorheben. Nach einer schwungvollen Ansprache führte Dr. Stern über die Geschichte des Vereins folgendes aus: Die Mehrzahl der jetzigen Mitglieder lernten sich im Beth-Haam des 17. Bezirkes kennen und gründeten dort eine Turnsektion unter der Leitung des Herrn Dr. Stern. Bei der kräftigen Unterstützung, die der junge Verein insbesondere durch den FUnfhauser Jüdischen Turnverein erfuhr, nimmt es nicht wunder, daß dem Verein der Rahmen des Beth-Haam bald zu enee wurde, so daß er daran ging, sich von letzterem zu separieren und einen eigenen Turnsaal zu bauen. Ein geeignetes Gebäude fand sich denn auch in der Rötzergasse des 17. Bezirkes, durch die Unterstützung wohlwollender Gönner gelingt es bald, die zur Adoptierung nötigen Mittel zu beschaffen, und schon am 6. Juni 1912 findet unter Beteiligung der Abordnungen sämtlicher Wiener jüdischen Turnvereine das feierliche Anturnen statt. Unter der bewährten Leitung unserer atterprobten Turnwarte, der Herren Goldstaub und Pasternak, späterhin der Herren Adler und Schüssler, der unermüdlichen Arbeit des hochverdienten Kassierers Herrn Ooldscheins koitt®* der Verein glatt in die Höhe, die Gründung einer Damenabteilung vollzieht sich ohne Schwierigkeiten. Bei Beginn der Herbstsaison eröffnete der Verein unter Leitung, des Herrn Saß eine vielversprechende Kinderabteilung. *e* sellschaftliche Unterhaltungen und ein von Herrn Paß geleiteter Tanzkurs halten die Turner und Turnerinnen zusammen, welche nicht versäumen, sicn durch fleißiges Training zu dem im März stattfindenden ersten Schauturne vorzubereiten. Schon vorher hat Herr Dr. Stern seinem Wirken die Krön aufgesetzt und im Verein mit gutem Erfolge die hebräische Kommando-

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