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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-10-01 · 7 (Oktober/November 1913) · p. Seite 219

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
7 (Oktober/November 1913)
Date
1913-10-01
Page
Seite 219 (sequence 25)
Language
German
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No. 7 219 Freimachung der jüdischen Kräfte als tiefes Bedürfnis empfinden und realisieren wollen, zu vereinigen und der jüdischen Lebensstimmung des Heute einen Ausdruck zu schaiiens. Es sind in diesem Buche Männer vertreten, die noch nie oder nicht in so entschiedener Weise in der jüdischen Frage das Wort ergriffen haben. Das Buch will mehr sein als ein literarisches Dokument unserer Zeit; es ist ein Zeugnis der gewaltigen Erschütterung, die sich zur Tat durchringt Das Buch, auf das wir näher einzugehen uns Vorbehalten, enthält folgende Abteilungen: Jüdisches Wesen. — Jüdische Religiosität. — Jüdisches Denken. — Das neue Judentum. — Das Werden der jüdischen Bewegung. — Die Aufgaben der jüdischen Bewegung. — Der Jude und Europa. — Probleme der Gegenwart und Zukunft. — Aus alten Büchern. Von Namen der Autoren seien nur genannt: Hugo Bergmann, Nathan Birnbaum, Adolf Böhm, Max Brod, Martin Buber, Moses Calvary, Moritz Goldstein, Moritz Heimann, Hugo Herrmann, Hans Kohn, Gustav Landauer. Kurt Singer, Ludwig Strauß, Margarete Susmann, Jakob Wassermann, Robert Weltseh, Karl Wolfskehl, Arnold Zweig u. a. Das Buch ist sehr schön ausgestattet und kostet nur 3,50 Mf für das geheftete und 4,50 M. für das gebundene Exemplar. Ar. Der Weg zur Gesundheit und Kraft. Von F. Steinbrecher. Verlag F. W. Max Riehn, München 1913. Preis 1,20 M. Im ersten Teile seiner Schrift klärt der Verfasser über die Körper und Geist zerstörenden Genußmittel auf, im zweiten Teil legt er in einer eigenen Methode den Weg dar, auf dem durch Stärkung des Körpers die Willenskraft erreicht werden soll, um Körper und Geist auf die für ihre Anlagen höchste Stufe zu bringen. Diese Methode besteht aus einem gemischten System für Körperbewegungen. Verfasser hält sich weder an das starre schwedische System noch an die Dogmen deutscher Gymnastik. Mit einfachen natürlichen Mitteln will er den Menschen mit geschwächter Willenskraft den Weg zeigen, aus dumpfer Resignation ans Licht der Erkenntnis emporzusteigen. Dem Starken aber bietet er die Mittel, sich die Kraft zu erhalten, um im Wettstreit mit anderen den Sieg zu erringen. x. Das Jüdische Volkslied, von S. Kisselhoff. Berlin. Jüdischer Verlag. Preis 0,50 M. Seitdem Herder vor mehr denn einem Jahrhundert als erster den tiefen Zusammenhang zwischen der Volksseele und dem Volkslied erkannt, hat die wissenschaftliche Forschung, getragen von der Begeisterung für diese ureigensten Güter der Nationen das Thema nicht mehr verstummen lassen, m kühnem Wettlauf begannen die Forscher aller Völker und Rassen diese Schätze ihres Volkstums ans Tageslicht zu fördern, um aus ihnen heraus die Seele, den inneren Aufbau ihrer Nation zu erfassen. Und so ist es denn nicht verwunderlich, daß, als wir begannen, uns in kraftvoller Bewußtheit wieder als ein Volk zu fühlen, das Interesse für das großartigste Spiegelbild unserer Seele, für unser Volkslied sich mächtig in unserer Brust zu regen begann. Bei Maccabaerfeiern, auf Vortragsabenden, in den jüdischen Blättern wurden uns Juden des Westens plötzlich reiche Schätze einer längst hinter uns liegenden Welt bekannt. Und doch ist es, wie uns die vorliegende Schrift zeigt, ganz, ganz wenig was aus dem Born einer jahrhundertelangen Entwickelung bis jetzt uns bekannt geworden. Denn unergründlich und unbegrenzt in der unendlichen Fülle ihrer Schwingungen, im unerschöpflichen Reichtum ihrer Motive wie Volkssele ist auch das Volkslied. Und namentlich das jüdische Volkslied. Ist doch der Jude, insbesondere der Jude des Ostens, durch seine hohe seelische Differenziertheit in ganz besonders hohem Maße stets auf eine

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