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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-10-01 · 7 (Oktober/November 1913) · p. Seite 218

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
7 (Oktober/November 1913)
Date
1913-10-01
Page
Seite 218 (sequence 24)
Language
German
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IRI
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218 No. 7 so weit es überhaupt möglich war, und endlich, nach fünf Minuten, waren wir Herren der Situation und konnten die bewundernden Blicke der Zuschauer einsaugen, welche während unseres Kampfes mit den Wellen sich in großer Menge am Ufer versammelt hatten. Diese denkwürdige Landung bot Anlaß genug, um uns am Abend in Linz ordentlich zu stärken. — Die Strecke von Linz bis Orein ähnelt sehr der Gegend um Engelhardszell. Wieder wurde unser Blick durch die großartige Landschaft gefesselt, wir vergaßen völlig unsere Anstrengungen und gaben uns dem reinen Naturgenuß hin. — Tiefen Eindruck machte auf uns Grein mit seinem berühmten Strudel. An der engsten Stelle ist das Flußbett durch die hochragenden Felsen auf 60 Meter zusammengepreßt, und die Donau strömt mit rasender Schnelligkeit in zahlreichen Wirbeln dahin. In Grein hieß es jedoch Abschied nehmen von den hohen Bergen. Dafür begann die Weinrebe die Hügel und Abhänge der Ufer zu schmücken. Viele Wallfahrtskirchen erheben sich hier; die größte, Kloster Melk und die gleichnamige Stadt, nahmen uns am Abend uaf. Wir waren durch die Fahrten der letzten Tage ermüdet, hatten wir doch täglich 90 und 99 Kilometer zurückgelegt. Im ganzen hatten wir schon 350 Kilometer gezogen, und es lagen nur noch 100 vor uns. So gönnten wir uns in Melk einen vollen Ruhetag. Erst schliefen wir uns gründlich aus, dann statteten wir dem berühmten Stift einen Besuch ab und nahmen ein erfrischendes Freibad in der Donau. Nachmittags frequentierten wir das Cafd in Melk. Am Sonntag, den 31. August, fuhren wir in 2Va Stunden durch die weltberühmte Wachau nach Krems und machten von dort per Bahn einen Ausflug auf die Ruine Dürnstein, wo seiner Zeit Richard Löwenherz gefangen saß und von seinem Spielmann Blondei entdeckt wurde. Aus der Höhe bot sich uns ein wundervoller Blick, tief unten der gewundene Lauf der silbern schimmernden Donau, von der Abendsonne beschienen, welche das Gewölk allmählich durchbricht. — Montag, den 1. September, war der letzte Tag der Tour. Landschaftlich öde, bis 15 Kilometer vor Klosterneuburg der Wiener Wald beginnt. Wir landeten in Klosterneuburg bei dem Wiener Ruderklub „Austria", wo wir gastlich aufgenommen wurden, unser Boot unterstellten und auf Trainingsbetten die letzte Nacht verbrachten. Dienstag Vormittag fuhren wir in die Stadt und machten uns kongreßfein außen und innen. Und am Abend war die Eröffnungssitzung des jüdischen Parlaments. Bücherschau. „Vom Judentum.“ Unter diesem einfachen Titel gab der Verein Jüdischer Hochschüler in Prag im Verlage von Kurt Worff (vormals Ernst Rowohlt) in Leipzig, im August dieses Jahres ein Sammelbuch heraus, das in dieser Art noch nicht da war und zweifellos eine starke Wirkung gehabt hat. Dieses Buch unternimmt es, die im Judentum unserer Tage gährenden Strömungen, die eine Aktivierung und

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