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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-10-01 · 7 (Oktober/November 1913) · p. Seite 220

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
7 (Oktober/November 1913)
Date
1913-10-01
Page
Seite 220 (sequence 26)
Language
German
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220 No. 7 Verfeinerung und Bereicherung seiner Ausdrucksinhalte und -formen hingewiesen. So finden wir denn eine ganze Reihe von Liedergruppen, verschieden nach ihrem Inhalt, verschieden nach ihrer Form: religiöse Lieder, Wiegen- und Kinderlieder, Liebeslieder, Hochzeitslieder, Soldatenlieder, Lieder mit und ohne Worte und so fort. Verschieden nach ihrem Inhalt, verschieden nach ihrer Form, eines aber ist allen gemein, das Grundmotiv: es sind Goluthlieder. Jene seltsam-tiefe Trübung, die das Ghetto um des Juden Auge gewoben, sie spiegelt sich auch wieder in seinem Liede. Und so wird das jüdische Volkslied zu einem der erschütterndsten Denkmäler der Tragik dieses einzigartigen Herrenvolkes, das sich mit unbezwinglicher Gewalt durch die Jahrtausende hindurchrettet, weil es den titanenhaften Willen hat, ein Volk zu sein und zu bleiben. Und nun hat eine neue Epoche in der Geschichte des jüdischen Volkes begonnen. Auf dem Boden ihrer Sehnsucht finden sich Judas Söhne heim. Auf der langverwaisten Stätte ist ein neues Leben erblüht, und schon erklingen auf den Fluren Galiläas neue jüdische Wersen, nicht mehr in der Ghettosprache, nicht mehr aus Ghettostimmung geboren. Ein neues jüdisches Volkslied ist im Begriff, sich zu entwickeln. Noch ist das bisher Geschaffene gering, aber aus diesen schwachen Anfängen, aus diesen oft noch knabenhaften Versuchen strahlt uns schon die Sonne einer großen und schönen Zukunft leuchtend und verheißend entgegen. A. B. Aus den Kreisen. Deutscher Kreis. Berlin. Der Jüdische Wanderbund „Blauweiß“, Berlin veranstaltete in den verflossenen Sommerferien eine dreiwöchige Fahrt nach Süddeutschland, an der 12 Wanderer teilnahmen und die vor einigen Tagen zu allgemeiner Zufriedenheit zu Ende geführt wurde. Die Wanderung ging durch das Taubertal über Rothenburg o. T. und Dünkelsbühl in die schwäbische Alp, von dort zum Bodensee und in den Schwarzwald. Die Rückreise wurde von Freiburg i. B. aus angetreten. Die nicht ganz unerheblichen Anstrengungen, die die Tour naturgemäß mit sich brachte, wurden auch von den jüngeren Wandern mühelos überstanden. Der jüdische Wanderbund „Blau-Weiß“ hat durch diese Fahrt bewiesen, daß seine Leistungen denen der älteren Wandervereine nicht nachstehen. Die Arbeit, die er jetzt seit einem Jahre leistet, ist also nicht ohne Erfolg geblieben. Der große Gedanke des Jugendwanderns beginnt auch unter der jüdischen Jugend festen Fuß zu fassen. Schon jetzt ziehen an jedem Sonntag jüdische Schüler in großer Zahl hinaus, mit Rucksack und Kochtopf, im Sommer und Winter und bei jedem Wetter. Schon jetzt entstehen überall in Deutschland Zweiggruppen, die an der Kräftigung und Gesundung unserer Jugend mitarbeiten wollen, die, unberührt von religiösen Streitigkeiten, es auch dem Orthodoxen ermöglichen, hinauszuwandern, ohne seinen Grundsätzen untreu zu werden, und die den jüdischen Schüler dem heimlichen, aber um so drückenderen Antisemitismus entziehen, der vielfach im „Wandervogel“ und im „Jungdeutschland-Bunde“ herrscht. Auskunft über die Bestrebungen des Wanderbundes „Blau-Weiß“?r* teilt der Vorsitzende des Vereins, Herr Dr. Albert Sachs, Berlin SW, Königgrätzerstr. 89. Seit kurzem haben sich der jüdische Wanderbund Blau-Weiß, Berlin, der jüdische Wanderbund Blau-Weiß, Wien und der Wanderverein

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